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Der englische Plural ist einfacher als der deutsche – bis „information“ auftaucht. Hier lernst du die Regeln und die Ausnahmen, die im Beruf wirklich zählen.
Die meisten englischen Nomen bekommen im Plural ein -s. Nach s, sh, ch und x steht -es, aus Konsonant + y wird -ies. Einige häufige Nomen sind unregelmäßig (people, children, feet), und Wörter wie information oder advice haben gar keinen Plural.
Stand: Juli 2026
A1 · Nomen und Plural · 9 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A1-Niveau. Du hörst den Plural im Zusammenhang, lernst die regelmäßigen Regeln und die wichtigsten Ausnahmen kennen und übst sie anschließend in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert etwa neun Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
Auf den ersten Blick ist der englische Plural ein Geschenk: Während du im Deutschen für jedes Nomen die Pluralform mitlernen musst – der Tisch, die Tische; das Kind, die Kinder; das Auto, die Autos –, hängt das Englische in den allermeisten Fällen einfach ein -s an. Genau diese Einfachheit ist aber auch die Falle. Weil die Grundregel so leicht wirkt, hören viele Lernende auf, genau hinzuschauen – und die wenigen Ausnahmen, die das Englische behalten hat, gehören ausgerechnet zu den häufigsten Wörtern der Sprache: people, children, men, women. Dazu kommt eine zweite, für Deutschsprachige besonders tückische Gruppe: Nomen wie information, advice und feedback, die im Englischen überhaupt keinen Plural haben, obwohl ihre deutschen Entsprechungen ganz selbstverständlich im Plural stehen. Diese Lektion baut dir beides auf: die regelmäßige Maschine, die fast immer funktioniert, und die kurze Liste der Wörter, bei denen du sie ausschalten musst.
Die Grundregel ist schnell erklärt: Nomen + -s. One report, two reports; one email, three emails. Drei kleine Anpassungen musst du kennen. Erstens: Nach den Zischlauten s, sh, ch und x hängst du -es an, damit das Wort aussprechbar bleibt – bus wird zu buses, address zu addresses, branch zu branches, box zu boxes. Zweitens: Endet ein Nomen auf Konsonant + y, wird daraus -ies: company wird zu companies, city zu cities. Steht vor dem y aber ein Vokal, bleibt alles beim einfachen -s: day, days; key, keys. Drittens: Eine kleine Gruppe von Wörtern auf -f oder -fe wechselt zu -ves: shelf, shelves; life, lives; knife, knives – aber Vorsicht, nicht alle machen mit: roofs, beliefs und chiefs behalten ihr f. Auch die Aussprache folgt einem Muster: Nach stimmlosen Lauten klingt das -s wie /s/, nach stimmhaften wie /z/, und nach Zischlauten kommt eine ganze Extra-Silbe dazu: /ɪz/.
Eine Handvoll englischer Nomen bildet den Plural ohne jedes -s – das Wort selbst verändert sich. Die wichtigsten solltest du auswendig können, denn sie gehören zum Grundwortschatz: man wird zu men, woman zu women (Achtung bei der Aussprache: /ˈwɪmɪn/), child zu children, foot zu feet, tooth zu teeth, mouse zu mice. Besonders wichtig im Berufsalltag ist das Paar person und people: person ist der Singular, people der ganz normale Plural. „Three people from the sales team“ ist die natürliche Formulierung – „three persons“ existiert zwar, klingt aber nach Polizeibericht oder Aufzugsschild und wirkt in einer E-Mail steif. Einige wenige Nomen verändern sich gar nicht: one sheep, two sheep; one fish, two fish. Diese Liste ist kurz, aber sie ist nicht verhandelbar: Formen wie childs, mans oder foots gibt es nicht, und jede englischsprachige Leserin stolpert sofort darüber.
Jetzt zur Gruppe, die Deutschsprachigen die meisten Fehler beschert. Im Deutschen sagst du völlig selbstverständlich „Informationen“, „Ratschläge“ und „Rückmeldungen“ – alles Pluralformen. Die englischen Entsprechungen information, advice und feedback sind dagegen unzählbar: Sie haben nur eine einzige Form, und die bekommt niemals ein -s. „I need some informations“ ist der klassische deutsche Fehler schlechthin; richtig ist „I need some information“. Dasselbe gilt für advice („Can I give you some advice?“), feedback, equipment, furniture und news. Wenn du zählen willst, brauchst du einen Umweg über ein zählbares Hilfsnomen: a piece of advice, two pieces of information, three items of equipment. Mit Mengenwörtern arbeitest du wie gewohnt: some, any, a lot of, much – aber nie many und nie eine Zahl direkt davor. Ein einfacher Selbsttest: Kannst du im Englischen „one …, two …“ sagen? Wenn nicht, ist das Wort unzählbar.
Ob ein Nomen ein -s trägt, sagt dir noch nicht, welches Verb es bekommt – und genau hier lauern drei kleine Überraschungen. Erstens: news sieht aus wie ein Plural, ist aber ein unzählbares Nomen im Singular. „The news is good“ ist richtig, „the news are good“ ist falsch. Zweitens: people trägt kein -s, ist aber ein echter Plural und verlangt ein Verb im Plural: „People are waiting.“ Drittens: Sammelbegriffe wie staff, team und company stehen im britischen Englisch oft mit einem Verb im Plural, wenn man an die einzelnen Mitglieder denkt: „Our staff are very experienced.“ Ein -s bekommt staff trotzdem nie – „staffs“ ist in der normalen Geschäftssprache falsch. Im amerikanischen Englisch bevorzugt man bei denselben Wörtern das Verb im Singular: „Our staff is experienced.“ Beide Varianten werden weltweit verstanden; wichtig ist nur, dass du innerhalb eines Textes konsequent bleibst.
Zum Schluss der Praxisblick: Wo entscheidet der Plural im Berufsalltag wirklich über den Eindruck, den du hinterlässt? Vor allem in E-Mails und Berichten. Formulierungen wie „Please find attached the two reports“, „I have three meetings this afternoon“ oder „Thanks for the updates“ leben von sauberen, regelmäßigen Pluralformen. Die Risikowörter sind fast immer dieselben: informations, advices, feedbacks und equipments sind die vier Formen, die in deutschen Geschäftsmails am häufigsten auftauchen – und keine davon existiert. Gewöhn dir einen kurzen Kontrollblick an, bevor du auf Senden klickst: Suche nach diesen vier Wörtern, ersetze sie durch some information, some advice, some feedback und equipment, und dein Text wirkt sofort eine Stufe professioneller. Der englische Plural ist keine Frage von Talent, sondern von zwei Listen: der regelmäßigen Maschine und der kurzen Ausnahmeliste. Beide zusammen passen auf eine einzige Karteikarte.
Zählbare Nomen haben einen Singular und einen Plural: one report, two reports. Unzählbare Nomen haben nur eine einzige Form und keinen Plural – dazu gehören information, advice, feedback und equipment. Du erkennst sie daran, dass du im Englischen keine Zahl direkt davorsetzen kannst: „two informations“ funktioniert nicht. Stattdessen zählst du mit Hilfswörtern wie some, a lot of oder a piece of.
Weil information im Englischen ein unzählbares Nomen ist: Es hat nur diese eine Form, ganz gleich, wie viel gemeint ist. Der Fehler entsteht durch das Deutsche, wo „Informationen“ ein völlig normaler Plural ist – Lernende übertragen das Muster direkt ins Englische. Richtig ist „some information“ oder „a lot of information“; wenn du wirklich zählen willst, sagst du „two pieces of information“.
Das -s in news ist kein Pluralzeichen – news ist ein unzählbares Nomen im Singular und verlangt deshalb ein Verb im Singular: „The news is good.“ Das Wort ist damit das Spiegelbild von people: people trägt kein -s, ist aber Plural und braucht „are“. Diese beiden Wörter zeigen, dass du im Englischen nicht auf die Endung schauen darfst, sondern auf die Art des Nomens.
Beides existiert – der Unterschied ist regional. Im britischen Englisch stehen Sammelbegriffe wie staff, team und company oft mit einem Verb im Plural, wenn die einzelnen Mitglieder gemeint sind: „Our staff are very experienced.“ Im amerikanischen Englisch bevorzugt man das Verb im Singular: „Our staff is experienced.“ Beide Varianten werden überall verstanden. Wichtig ist nur zweierlei: Bleib innerhalb eines Textes konsequent, und häng an staff niemals ein -s an.
Der Plural gehört zu den allerersten Bausteinen des Englischen und braucht kaum Vorwissen – die Artikel aus *a-an-basics* (A1) reichen als Grundlage. Der natürliche nächste Schritt ist *countable-uncountable* (A2): Dort vertiefst du genau die Unterscheidung, die hier mit information und advice beginnt, zusammen mit some, any, much und many. Danach lohnt sich *possessive-s* (A2), damit du das Plural-s und das Besitz-s sicher auseinanderhältst.
Das Altenglische hatte, ähnlich wie das Deutsche heute, mehrere Pluralklassen nebeneinander: Plurale auf -en (wie oxen und children) und Plurale mit Vokalwechsel (foot/feet, man/men – vergleichbar mit deutschen Umlautpluralen wie Fuß/Füße und Mann/Männer). Im Laufe der Jahrhunderte setzte sich das -s als Standardmuster durch und verdrängte fast alle anderen Formen. Nur die häufigsten Alltagswörter widerstanden dem Wandel, weil sie so oft gesprochen wurden, dass ihre alten Formen fest im Gedächtnis blieben. Deshalb sind die unregelmäßigen Plurale von heute ausgerechnet die Wörter, die du am öftesten brauchst.
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