Wie bildet man den Plural im Englischen?
Die meisten englischen Nomen bekommen im Plural ein -s. Nach s, sh, ch und x steht -es, aus Konsonant + y wird -ies. Einige häufige Nomen sind unregelmäßig (people, children, feet), und Wörter wie information oder advice haben gar keinen Plural.
- Grundregel: Nomen + -s; nach s, sh, ch, x steht -es.
- Wichtige unregelmäßige Plurale: men, women, people, children, feet, teeth.
- Ohne Plural: information, advice, feedback, equipment, news – niemals mit -s.
01 / 06
Warum der englische Plural leichter und schwerer ist als der deutsche
Auf den ersten Blick ist der englische Plural ein Geschenk: Während du im Deutschen für jedes Nomen die Pluralform mitlernen musst – der Tisch, die Tische; das Kind, die Kinder; das Auto, die Autos –, hängt das Englische in den allermeisten Fällen einfach ein -s an. Genau diese Einfachheit ist aber auch die Falle. Weil die Grundregel so leicht wirkt, hören viele Lernende auf, genau hinzuschauen – und die wenigen Ausnahmen, die das Englische behalten hat, gehören ausgerechnet zu den häufigsten Wörtern der Sprache: people, children, men, women. Dazu kommt eine zweite, für Deutschsprachige besonders tückische Gruppe: Nomen wie information, advice und feedback, die im Englischen überhaupt keinen Plural haben, obwohl ihre deutschen Entsprechungen ganz selbstverständlich im Plural stehen. Diese Lektion baut dir beides auf: die regelmäßige Maschine, die fast immer funktioniert, und die kurze Liste der Wörter, bei denen du sie ausschalten musst.
02 / 06
Die regelmäßigen Regeln: -s, -es, -ies, -ves
Die Grundregel ist schnell erklärt: Nomen + -s. One report, two reports; one email, three emails. Drei kleine Anpassungen musst du kennen. Erstens: Nach den Zischlauten s, sh, ch und x hängst du -es an, damit das Wort aussprechbar bleibt – bus wird zu buses, address zu addresses, branch zu branches, box zu boxes. Zweitens: Endet ein Nomen auf Konsonant + y, wird daraus -ies: company wird zu companies, city zu cities. Steht vor dem y aber ein Vokal, bleibt alles beim einfachen -s: day, days; key, keys. Drittens: Eine kleine Gruppe von Wörtern auf -f oder -fe wechselt zu -ves: shelf, shelves; life, lives; knife, knives – aber Vorsicht, nicht alle machen mit: roofs, beliefs und chiefs behalten ihr f. Auch die Aussprache folgt einem Muster: Nach stimmlosen Lauten klingt das -s wie /s/, nach stimmhaften wie /z/, und nach Zischlauten kommt eine ganze Extra-Silbe dazu: /ɪz/.
03 / 06
Die unregelmäßigen Plurale, die wirklich zählen
Eine Handvoll englischer Nomen bildet den Plural ohne jedes -s – das Wort selbst verändert sich. Die wichtigsten solltest du auswendig können, denn sie gehören zum Grundwortschatz: man wird zu men, woman zu women (Achtung bei der Aussprache: /ˈwɪmɪn/), child zu children, foot zu feet, tooth zu teeth, mouse zu mice. Besonders wichtig im Berufsalltag ist das Paar person und people: person ist der Singular, people der ganz normale Plural. „Three people from the sales team“ ist die natürliche Formulierung – „three persons“ existiert zwar, klingt aber nach Polizeibericht oder Aufzugsschild und wirkt in einer E-Mail steif. Einige wenige Nomen verändern sich gar nicht: one sheep, two sheep; one fish, two fish. Diese Liste ist kurz, aber sie ist nicht verhandelbar: Formen wie childs, mans oder foots gibt es nicht, und jede englischsprachige Leserin stolpert sofort darüber.
04 / 06
Die deutsche Falle: information, advice, feedback
Jetzt zur Gruppe, die Deutschsprachigen die meisten Fehler beschert. Im Deutschen sagst du völlig selbstverständlich „Informationen“, „Ratschläge“ und „Rückmeldungen“ – alles Pluralformen. Die englischen Entsprechungen information, advice und feedback sind dagegen unzählbar: Sie haben nur eine einzige Form, und die bekommt niemals ein -s. „I need some informations“ ist der klassische deutsche Fehler schlechthin; richtig ist „I need some information“. Dasselbe gilt für advice („Can I give you some advice?“), feedback, equipment, furniture und news. Wenn du zählen willst, brauchst du einen Umweg über ein zählbares Hilfsnomen: a piece of advice, two pieces of information, three items of equipment. Mit Mengenwörtern arbeitest du wie gewohnt: some, any, a lot of, much – aber nie many und nie eine Zahl direkt davor. Ein einfacher Selbsttest: Kannst du im Englischen „one …, two …“ sagen? Wenn nicht, ist das Wort unzählbar.
05 / 06
Singular oder Plural beim Verb? News, people und staff
Ob ein Nomen ein -s trägt, sagt dir noch nicht, welches Verb es bekommt – und genau hier lauern drei kleine Überraschungen. Erstens: news sieht aus wie ein Plural, ist aber ein unzählbares Nomen im Singular. „The news is good“ ist richtig, „the news are good“ ist falsch. Zweitens: people trägt kein -s, ist aber ein echter Plural und verlangt ein Verb im Plural: „People are waiting.“ Drittens: Sammelbegriffe wie staff, team und company stehen im britischen Englisch oft mit einem Verb im Plural, wenn man an die einzelnen Mitglieder denkt: „Our staff are very experienced.“ Ein -s bekommt staff trotzdem nie – „staffs“ ist in der normalen Geschäftssprache falsch. Im amerikanischen Englisch bevorzugt man bei denselben Wörtern das Verb im Singular: „Our staff is experienced.“ Beide Varianten werden weltweit verstanden; wichtig ist nur, dass du innerhalb eines Textes konsequent bleibst.
06 / 06
Plural im Berufsalltag: E-Mails und Berichte
Zum Schluss der Praxisblick: Wo entscheidet der Plural im Berufsalltag wirklich über den Eindruck, den du hinterlässt? Vor allem in E-Mails und Berichten. Formulierungen wie „Please find attached the two reports“, „I have three meetings this afternoon“ oder „Thanks for the updates“ leben von sauberen, regelmäßigen Pluralformen. Die Risikowörter sind fast immer dieselben: informations, advices, feedbacks und equipments sind die vier Formen, die in deutschen Geschäftsmails am häufigsten auftauchen – und keine davon existiert. Gewöhn dir einen kurzen Kontrollblick an, bevor du auf Senden klickst: Suche nach diesen vier Wörtern, ersetze sie durch some information, some advice, some feedback und equipment, und dein Text wirkt sofort eine Stufe professioneller. Der englische Plural ist keine Frage von Talent, sondern von zwei Listen: der regelmäßigen Maschine und der kurzen Ausnahmeliste. Beide zusammen passen auf eine einzige Karteikarte.