Zeitformen
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Drei kleine Formen – am, is, are – tragen jede Vorstellung, jeden Small Talk und jede erste E-Mail.
„Am“, „is“ und „are“ sind die drei Präsensformen des Verbs „be“ (sein). Das Subjekt entscheidet: I nimmt am, he/she/it nehmen is, you/we/they nehmen are.
Stand: Juli 2026
A1 · Zeitformen · 8 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A1-Niveau. Du hörst die drei Formen von „be“ im Zusammenhang, lernst die Regel mit einem Tutor kennen und übst sie anschließend in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert etwa acht Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
„Be“ ist das häufigste Verb der englischen Sprache, und im Präsens arbeitet es mit drei kleinen Formen: „am“, „is“ und „are“. Anders als fast jedes andere Verb beschreibt „be“ keine Handlung. Es funktioniert wie ein Gleichheitszeichen: Es verbindet das Subjekt eines Satzes mit einer Information über dieses Subjekt – mit einem Namen, einem Beruf, einem Gefühl, einem Ort oder einem Zustand. „I'm Anna“ verbindet dich mit deinem Namen. „He's our engineer“ verbindet einen Kollegen mit seiner Rolle. „We're in Berlin“ verbindet ein Team mit einem Ort. Genau deshalb ist „be“ das erste Verb, das jeder Englischkurs unterrichtet: Ohne dieses Verb kannst du dich nicht vorstellen, dein Team nicht beschreiben und nicht sagen, wie es dir geht oder wo du gerade bist. Im Berufsalltag laufen die ersten Sätze jedes Meetings – Namen, Rollen, Stimmung, Verfügbarkeit – fast vollständig über diese drei unscheinbaren Formen.
Das Präsens von „be“ hat genau drei Plätze, und das Subjekt entscheidet, welchen du brauchst. „I“ nimmt „am“ – immer und ausschließlich. „He“, „she“ und „it“ nehmen „is“, und dasselbe gilt für jedes Substantiv im Singular: „our manager is“, „the printer is“, „the meeting is“. „You“, „we“ und „they“ nehmen „are“, ebenso jedes Substantiv im Plural: „our clients are“, „the offices are“. Wichtig: „You“ steht immer mit „are“ – auch dann, wenn du nur mit einer einzigen Person sprichst. In der gesprochenen Sprache erscheinen diese Formen fast immer als Kurzformen: „I'm“, „you're“, „he's“, „she's“, „it's“, „we're“, „they're“. Die Kurzform ist keine nachlässige Umgangssprache, sondern die normale gesprochene Form – und auch in alltäglichen geschäftlichen E-Mails völlig akzeptabel. Die vollen Formen „I am“ und „she is“ bleiben der Betonung und sehr formellen Texten vorbehalten. Wenn du die Kurzformen von Anfang an mitlernst, klingt dein Englisch sofort natürlicher.
„Be“ ist das eine Verb im Englischen, das seine Verneinungen und Fragen selbst bildet – ganz ohne Hilfsverb. Für die Verneinung setzt du „not“ direkt hinter die Form von „be“: Aus „she is not“ wird „she isn't“, aus „they are not“ wird „they aren't“. Die einzige unregelmäßige Ecke ist „I am not“: Das verkürzt sich zu „I'm not“, denn ein Standardwort „amn't“ gibt es im Englischen nicht. Für Fragen tauschst du einfach Subjekt und Verb: Aus „you are free“ wird „Are you free?“, aus „he is in the office“ wird „Is he in the office?“. Diese Umstellung heißt Inversion, und bei „be“ ist sie der komplette Mechanismus. „Do“ taucht hier niemals auf: „Do you are free?“ ist im Englischen unmöglich. Kurzantworten wiederholen die Verbform: „Are you ready?“ – „Yes, I am.“ „Is she in today?“ – „No, she isn't.“ Wenn du dieses kleine Muster beherrschst, kannst du bereits erstaunlich viele echte Gespräche führen.
Fast jeder Einstieg in den beruflichen Small Talk läuft über „am“, „is“ und „are“. Sich vorstellen: „I'm Anna. I'm from the Hamburg office. This is my colleague Marco.“ Berufe und Rollen: „I'm a project manager. She's responsible for marketing.“ Achte dabei auf den Artikel – das Englische sagt „I'm a consultant“ mit „a“, wo das Deutsche ihn weglässt („Ich bin Berater“). Gefühle und Zustände: „I'm fine, thanks. He's very busy this week. We're happy with the results.“ Orte: „She's in Room 4. The files are on the server.“ Und schließlich Verfügbarkeit, im Arbeitsleben vielleicht das nützlichste Muster überhaupt: „I'm in a meeting until two. Are you free on Friday? He's on holiday this week.“ Keiner dieser Sätze enthält ein Handlungsverb. Genau das ist die stille Stärke von „be“: Mit drei Formen und einer Handvoll Substantiven und Adjektiven meisterst du bereits die ersten fünf Minuten jedes Meetings.
Als deutschsprachige Person startest du hier mit einem echten Vorteil, denn „sein“ funktioniert fast genauso wie „be“: „ich bin“ entspricht „I am“, „er ist“ entspricht „he is“, „wir sind“ entspricht „we are“ – und sogar „Ich bin 30“ überträgt sich direkt als „I'm 30“. Die Fallen lauern dort, wo die beiden Sprachen sich trennen. Der Klassiker ist „Ich bin einverstanden“: Im Englischen ist „agree“ ein vollwertiges Verb, der Satz heißt also schlicht „I agree“ – der weitverbreitete Fehler „I am agree“ mischt die deutsche Struktur mit englischen Wörtern. Die zweite Falle ist „Ich habe Recht“: Das Deutsche nutzt „haben“, das Englische aber „be“ – richtig ist „I'm right“, und das Gegenstück lautet „You're right“, niemals „You have right“. Die dritte Falle ist subtiler: Viele deutsche Lernende vermeiden Kurzformen und sagen „I am Anna. He is my colleague.“ Jede einzelne Form ist korrekt, aber der Rhythmus klingt steif und geschrieben. Verkürze – und du klingst sofort natürlicher.
„Be“ verhält sich anders als jedes andere Verb im Present Simple, und genau an der Grenze zwischen den beiden Systemen rutschen A1-Lernende aus. Andere Verben beschreiben Handlungen und brauchen für Fragen und Verneinungen das Hilfsverb „do“: „Do you work here?“ „I don't know.“ „Be“ braucht kein Hilfsverb – teilt sich aber auch keinen Satz mit einem bloßen Handlungsverb. „I'm work in Berlin“ ist ein sehr häufiger Anfängerfehler: Der Satz enthält zwei konkurrierende Verben. Entscheide dich für ein System: „I work in Berlin“ (die Handlung, einfaches Present Simple) oder, für etwas, das gerade jetzt passiert, „I'm working“ – ein Muster, das dir in der Lektion zum Present Continuous richtig begegnet. Ein schneller Selbsttest: Steht nach dem Verb ein Adjektiv, ein Substantiv oder ein Ort, brauchst du wahrscheinlich „be“. Steht dort eine Handlung, brauchst du das einfache Verb – und „be“ bleibt draußen.
Das Subjekt entscheidet – sonst nichts. „I“ nimmt „am“. „He“, „she“, „it“ und jedes Substantiv im Singular nehmen „is“: „our manager is“, „the meeting is“. „You“, „we“, „they“ und jedes Substantiv im Plural nehmen „are“: „our clients are“. Ein schneller Trick: Ersetze das Subjekt gedanklich durch ein Pronomen. „The new colleague“ wird zu „he“ oder „she“ – also „is“.
Weil „agree“ im Englischen ein vollwertiges Verb ist. Das deutsche „einverstanden“ ist ein Adjektiv und braucht „sein“ – daher überträgt man die Struktur leicht ins Englische. Dort heißt es aber schlicht „I agree“, verneint „I don't agree“ und als Frage „Do you agree?“. Dieselbe Familie: „Ich habe Recht“ wird zu „I'm right“ – mit „be“, nicht mit „have“.
Das englische „you“ deckt „du“, „ihr“ und „Sie“ gleichzeitig ab – und es nimmt in allen Fällen „are“. Das moderne Englisch hat sein altes Singular-Pronomen „thou“ aufgegeben und verwendet die frühere Pluralform „you“ für alle Anredeformen. Für dich als Lernenden ist das eine gute Nachricht: Du musst nie zwischen Duzen und Siezen unterscheiden. „Are you free?“ funktioniert gegenüber dem Praktikanten genauso wie gegenüber der Geschäftsführerin.
Beides existiert – der Unterschied ist regional. Das amerikanische Englisch behandelt Sammelbegriffe wie „team“, „staff“ oder „company“ fast immer als Singular: „The team is ready.“ Das britische Englisch erlaubt auch den Plural, wenn die einzelnen Mitglieder gemeint sind: „The team are arguing about the plan.“ Auf A1-Niveau bist du mit dem Singular „is“ immer auf der sicheren Seite – beide Varianten werden überall verstanden.
„Be“ ist der natürliche Startpunkt der englischen Grammatik – du brauchst dafür nur die Subjektpronomen (*subject-pronouns*, A1). Danach folgt sinnvollerweise das *present-simple* (A2), in dem alle anderen Verben mit „do“ ihre Fragen und Verneinungen bilden – das Gegensystem zu „be“. Anschließend lohnt sich das *present-continuous* (A2), denn es baut direkt auf dieser Lektion auf: Es kombiniert die Formen von „be“ mit der ing-Form des Verbs.
Gewöhnliche englische Verben kennen im Präsens nur zwei Formen: „work“ und „works“. „Be“ hat drei, weil es als häufigstes Verb der Sprache alte Personalformen bewahrt hat, die bei allen anderen Verben längst verschwunden sind – seine Formen gehen sogar auf ursprünglich verschiedene Verben zurück, deshalb sehen „am“, „is“ und „are“ einander so unähnlich. Zum Trost: Das deutsche „sein“ ist mit „bin, bist, ist, sind, seid“ noch unregelmäßiger. Drei Formen sind im Vergleich ein Geschenk.
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