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Die ersten dreißig Sekunden eines Gesprächs auf Englisch: Eröffnungsfragen, kurze Antworten und die Kunst des Weiterfragens.
Mit einer leichten Eröffnungsfrage wie „How's it going?“ oder „Is this your first time here?“ – dann kurz und positiv antworten, die Frage zurückgeben und mit einer offenen Frage nachhaken.
Stand: Juli 2026
A2 · Small Talk · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A2-Niveau. Du hörst einen echten Gesprächseinstieg, lernst die wichtigsten Eröffnungsfragen für Veranstaltungen, Büro und Besucher kennen und übst dann in sechs interaktiven Aufgaben, wie du ein Gespräch beginnst und am Laufen hältst – bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Alles in unter zehn Minuten, ohne Anmeldung.
Small Talk hat im Englischen eine andere Aufgabe, als viele Deutschsprachige vermuten. Es geht nicht darum, Informationen auszutauschen oder besonders geistreich zu sein – es geht darum, ein Signal zu senden: Ich bin freundlich, ich bin ansprechbar, mit mir kann man arbeiten. Die Fragen sind bewusst leicht, und die Antworten dürfen es auch sein. Genau deshalb wirkt es auf Englisch irritierend, wenn jemand den Small Talk überspringt und direkt zur Sache kommt: Das Signal der Zugänglichkeit fehlt, und das Gespräch startet kälter, als es müsste. Im deutschen Berufsalltag ist gemeinsames Schweigen – im Aufzug, vor dem Meeting, am Kaffeeautomaten – völlig normal und oft sogar höflich. Im englischsprachigen Umfeld liest man dasselbe Schweigen schnell als Desinteresse. Die gute Nachricht: Du musst kein Entertainer werden. Zwei leichte Fragen, ein Lächeln und echtes Zuhören reichen vollkommen aus. Small Talk ist eine Technik mit klaren Bausteinen, und genau diese Bausteine übt diese Lektion: eröffnen, antworten, weiterfragen.
Für die drei häufigsten Berufssituationen brauchst du nur eine Handvoll Eröffnungsfragen. Auf Veranstaltungen und Konferenzen funktionieren Fragen, die wirklich jede Person im Raum beantworten kann: „How's it going?“ als lockere Begrüßung, „Is this your first time at this event?“ als Einstieg ins Gespräch und „How do you know the host?“, wenn es eine gastgebende Person gibt – diese Frage öffnet fast immer eine kleine Geschichte, weil jede Person auf der Veranstaltung irgendeine Verbindung dorthin hat. Im Büro trägt dich der Rhythmus der Woche: „Busy week?“ passt an jedem Tag, „How was your weekend?“ ist der Montagsklassiker, und ab Donnerstag fragst du „Any plans for the weekend?“. Für Gäste, die gerade angereist sind, gibt es zwei zuverlässige Einstiege: „How was your trip?“ direkt nach der Ankunft und „Is this your first time in Hannover?“ – gefolgt von einer Empfehlung für die Stadt, wenn die Antwort Ja lautet. Lerne diese Fragen als feste Wendungen, wie Vokabeln. Du baust sie nicht jedes Mal neu, du rufst sie ab.
Ein Gespräch stirbt selten an der Eröffnung – es stirbt in der zweiten Runde. Die Grundtechnik hat drei Schritte. Erstens: kurz und positiv antworten. Auf „How's it going?“ genügt „Pretty good, thanks“ – niemand erwartet einen Bericht. Zweitens: die Frage zurückgeben, meist mit „How about you?“ oder „And you?“. Damit zeigst du Interesse und spielst den Ball zurück. Drittens, und das ist der wichtigste Schritt: eine offene Nachfrage stellen, also eine Frage mit „what“, „how“ oder „why“, die sich nicht mit Ja oder Nein beantworten lässt. Statt „Was your weekend OK?“ fragst du „What did you get up to at the weekend?“. Offene Fragen laden zu einer kleinen Geschichte ein, und Geschichten halten Gespräche am Leben. Höre außerdem auf Stichwörter in der Antwort deines Gegenübers – ein erwähntes Projekt, eine Reise, ein Hobby – und frag genau dort nach. Wer nachfragt, wirkt interessiert. Wer nur antwortet, wirkt zwar höflich, aber verschlossen, und das Gespräch endet nach zwei Sätzen.
Beim Small Talk gilt eine einfache Faustregel: Sichere Themen sind die, bei denen niemand etwas verlieren kann. Dazu gehören das Wetter, Reisen und Anreise, Essen und Restaurants, die Stadt oder Region, aktuelle Arbeitsprojekte auf allgemeiner Ebene, Wochenendpläne, Sport und Kultur. Diese Themen funktionieren mit Fremden genauso wie mit Kolleginnen und Kollegen. Auf der anderen Seite stehen Themen, die du im beruflichen Small Talk auf Englisch besser meidest: Gehalt und Geld, Politik und Wahlen, Religion, Alter, Gewicht und Aussehen, Krankheiten sowie private Beziehungsfragen. Einiges davon wirkt im deutschen Kollegenkreis vielleicht harmlos – im englischsprachigen Berufskontext gilt es schnell als aufdringlich. Besonders die Gehaltsfrage ist heikel: „How much do you earn?“ beendet ein Kennenlerngespräch zuverlässig. Wenn dein Gegenüber selbst ein Tabuthema anschneidet, musst du nicht belehren: Antworte kurz und neutral und lenke mit einer offenen Frage zurück auf sicheres Terrain. Das Wetter ist für diesen Job nie zu banal – genau dafür ist es da.
Zwei Stolperfallen tauchen bei Deutschsprachigen immer wieder auf. Die erste: „How are you?“ wird als echte Frage verstanden. Im Englischen ist es aber in erster Linie eine Begrüßungsformel, ungefähr wie das deutsche „Na?“. Erwartet wird eine kurze, positive Antwort plus Gegenfrage: „Good, thanks – you?“ Wer stattdessen ehrlich über Rückenschmerzen oder Stress berichtet, überrascht sein Gegenüber – nicht, weil Ehrlichkeit verboten wäre, sondern weil die Formel eine andere Funktion hat. Die zweite Falle ist das Schweigen. In deutschen Aufzügen, Wartebereichen und Meetingräumen ist Stille normal, und niemand fühlt sich unwohl. Im englischsprachigen Umfeld erzeugt dieselbe Stille Druck: Dein Gegenüber fragt sich, ob etwas nicht stimmt. Du musst die Pause nicht brillant füllen – ein einfaches „Busy week?“ genügt völlig. Dazu kommt die deutsche Vorliebe für Direktheit: Wer ohne Aufwärmphase zur Agenda springt, spart zwar Zeit, verliert aber genau den Moment, in dem Vertrauen entsteht. Plane die zwei Minuten Small Talk bewusst ein – sie sind Teil der Arbeit, kein Umweg.
Im Berufsalltag ist Small Talk kein Vorspann, sondern Teil der Zusammenarbeit. Internationale Meetings beginnen fast immer mit zwei, drei Minuten lockerem Gespräch, während sich alle einwählen oder setzen – wer diese Minuten nutzt, ist im Raum präsent, bevor die Agenda beginnt. Ein paar Hinweise zum Register helfen dir dabei. „How's it going?“ und „What's up?“ sind locker und passen zu Kolleginnen und Kollegen; bei einem ersten Kundentermin ist „How are you?“ oder „It's good to finally meet in person“ die sicherere Wahl. Namen sind ein eigenes Werkzeug: Eine Frage wie „How do you know Sarah?“ wirkt persönlicher als jede allgemeine Floskel, weil sie zeigt, dass du den Kontext wahrnimmst. Auch ein sauberer Abschluss gehört zum Small Talk: „It was great talking to you – I'll let you grab a coffee“ beendet ein Gespräch freundlich, ohne dass es einfach abbricht. Wenn du diese Bausteine ein paar Wochen bewusst einsetzt, laufen die ersten dreißig Sekunden auf Englisch irgendwann von allein – und genau darum geht es.
Im Alltag meistens nicht. „How are you?“, „How's it going?“ und „What's up?“ funktionieren wie Begrüßungen – ähnlich dem deutschen „Na?“ oder „Alles klar?“. Erwartet wird eine kurze, positive Antwort plus Gegenfrage: „Good, thanks – you?“ Eine echte Frage nach deinem Befinden erkennst du am Kontext: unter vier Augen, mit Blickkontakt und oft in der Form „How are you doing – really?“. Dann darfst du ausführlich antworten.
Das Schweigen. Im deutschen Alltag ist eine stille Minute im Aufzug oder vor dem Meeting völlig unauffällig – im englischsprachigen Umfeld wirkt genau diese Stille schnell kühl oder desinteressiert. Der Fehler ist also nicht, etwas Falsches zu sagen, sondern gar nichts zu sagen. Die Lösung ist klein: Eine einzige leichte Frage wie „Busy week?“ oder „How was your weekend?“ reicht, um das Signal der Freundlichkeit zu senden.
Weil Small Talk gar nicht interessant sein muss – er muss verbinden. Das Wetter ist das eine Thema, das beide Gesprächspartner in diesem Moment garantiert teilen, bei dem niemand etwas falsch machen kann und das keinerlei Risiko trägt. Genau diese „Langeweile“ ist seine Stärke: Es öffnet das Gespräch, ohne etwas zu fordern. Von dort wechselst du mit einer offenen Frage zu Reisen, Projekten oder Wochenendplänen – das Wetter ist die Tür, nicht der Raum.
Die Technik ist dieselbe, die Formeln unterscheiden sich leicht. In Großbritannien hörst du oft „You alright?“ oder nur „Alright?“ als Begrüßung – das ist keine besorgte Nachfrage, sondern entspricht „Hi, how are you?“ und bekommt ein kurzes „Yeah, good – you?“. In den USA sind „How's it going?“ und „What's up?“ üblicher. Beide Varianten werden überall verstanden; wichtig ist nur, dass du sie als Begrüßungen erkennst und nicht wörtlich beantwortest.
Small Talk ist die Eintrittskarte in jedes englische Gespräch und darum ein idealer A2-Baustein. Als direkte Ergänzung passt *answering-the-phone* (A2), denn Telefonate beginnen mit denselben Begrüßungsritualen. Danach lohnt sich *tell-me-about-yourself* (B1): Wenn der Small Talk gut läuft, kommt fast immer die Frage nach dir selbst – und darauf solltest du vorbereitet sein. Für die typischen Wendungen im Gespräch hilft außerdem *make-do-collocations* (A2).
Die Sprachwissenschaft hat dafür einen eigenen Begriff: phatische Kommunikation – Sprache, deren Aufgabe nicht der Informationsaustausch ist, sondern die soziale Verbindung. Geprägt wurde die Idee vom Anthropologen Bronisław Malinowski, der von „phatic communion“ sprach. Fast jede Sprache kennt solche Formeln; unterschiedlich ist nur, wo und wie viel davon erwartet wird. Englischsprachige Kulturen erwarten Small Talk in Warteschlangen, Aufzügen und vor Meetings – die deutsche Kultur erlaubt an denselben Stellen Stille.
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