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Kein Lebenslauf-Monolog, kein Privatleben: eine klare Antwort in drei Schritten – Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft.
Mit der Present–Past–Future-Struktur: zuerst die aktuelle Rolle, dann die bisherigen Stationen, zum Schluss, warum du diese Stelle willst – beruflich, in 60 bis 90 Sekunden.
Stand: Juli 2026
B1 · Vorstellungsgespräche · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst eine starke Interview-Antwort im Zusammenhang, lernst die Present–Past–Future-Struktur mit einem Tutor kennen und baust anschließend in sechs interaktiven Aufgaben deine eigene Antwort, bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
„Tell me about yourself“ eröffnet die meisten englischsprachigen Vorstellungsgespräche – und genau deshalb wird die Frage so oft unterschätzt. Sie klingt wie eine offene Einladung, ist aber in Wirklichkeit eine sehr enge Aufgabe: Die Person auf der anderen Seite des Tisches möchte in gut einer Minute verstehen, wer du beruflich bist, was du kannst und warum du hier sitzt. Sie fragt nicht nach deiner Lebensgeschichte, deinem Wohnort, deinen Hobbys oder deiner Familie. Sie fragt nach einer geordneten Kurzfassung deines Berufswegs, erzählt mit Blick auf genau diese Stelle. Wenn du das einmal verstanden hast, verliert die Frage ihren Schrecken. Du musst nichts erfinden und nichts auswendig lernen, was sich fremd anfühlt – du musst nur auswählen und ordnen. Die Auswahl heißt: nur Berufliches, nur Relevantes. Die Ordnung heißt: Gegenwart zuerst, dann Vergangenheit, dann Zukunft. Diese Lektion gibt dir für jeden der drei Blöcke fertige Satzanfänge und die passende Zeitform, sodass du deine Antwort wie aus Bausteinen zusammensetzen kannst. Am Ende hast du eine Antwort, die du in jedem Gespräch anpassen und wiederverwenden kannst – dieselbe Struktur, neue Details.
Die zuverlässigste Antwortstruktur besteht aus drei Blöcken in fester Reihenfolge. *Block eins – Gegenwart*: Beginne dort, wo du jetzt stehst. „Currently, I work as a project manager at a software company. I'm responsible for our key accounts.“ Zwei bis drei Sätze genügen: Rolle, Firma oder Branche, Kernverantwortung. *Block zwei – Vergangenheit*: Geh einen Schritt zurück und nenne die Station oder Erfahrung, die dich hierher gebracht hat. „Before that, I spent three years at a logistics company.“ Ergänze eine Erfahrungsbilanz, die bis heute zählt: „I've led five product launches.“ Wähle nur, was für die neue Stelle relevant ist – niemand braucht jede Station deines Lebenslaufs. *Block drei – Zukunft*: Schlage den Bogen zu genau diesem Gespräch. „Now I'm looking to take on more responsibility – that's what drew me to this role.“ Dieser Schluss ist der wichtigste Teil, denn er beantwortet die unausgesprochene Frage: Warum sitzt du hier? Warum diese Reihenfolge? Weil die Gegenwart am relevantesten ist und sofort Orientierung gibt, die Vergangenheit sie mit Substanz belegt und die Zukunft die Antwort dorthin lenkt, wo das Gespräch ohnehin hin soll: zu dieser Stelle.
Das Sprachliche an dieser Lektion ist keine Nebensache – die drei Blöcke der Antwort sind zugleich drei Zeitformen, und wer sie sauber trennt, klingt sofort deutlich professioneller. *Present Simple* für die aktuelle Rolle: „I work as…“, „I'm responsible for…“, „My background is in…“. Es beschreibt einen Zustand, der jetzt gilt. *Past Simple* für abgeschlossene Stationen: „Before that, I spent three years at…“, „I started my career in customer support.“ Sobald ein Job vorbei ist, gehört er ins Past Simple. *Present Perfect* für Erfahrung, die bis heute zählt: „I've led five product launches“, „I've worked with clients in twelve countries.“ Das Present Perfect zieht Bilanz – es zählt zusammen, was du bis zum heutigen Tag getan hast, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Der Unterschied ist hörbar: „I led five launches“ klingt nach einem abgeschlossenen Kapitel, „I've led five launches“ nach einer Bilanz, die noch wächst. Ein einfacher Test hilft: Ist die Station vorbei und benannt („before that“, „from 2019 to 2022“)? Dann Past Simple. Zählst du Erfahrung ohne Zeitpunkt zusammen? Dann Present Perfect. Beschreibst du dein Jetzt? Dann Present Simple.
Der häufigste inhaltliche Fehler deutschsprachiger Lernender: die Antwort mit Privatem zu eröffnen. „My name is…, I'm 34 years old, I'm married and I live in Hannover“ – im deutschen Lebenslauf-Denken vertraut, im englischsprachigen Interview jedoch verschenkte Zeit und ein falsches Signal. Alter und Familienstand gehören nicht in die Antwort; im englischsprachigen Bewerbungsprozess fragt man beides üblicherweise gar nicht ab. Beginne stattdessen direkt mit der Rolle: „Currently, I work as…“. Der häufigste grammatische Fehler ist der übertragene „seit“-Satz: Aus „Ich arbeite seit drei Jahren dort“ wird fälschlich „I work there since three years“. Richtig sind Present Perfect plus „for“: „I've worked there for three years.“ Auch das Perfekt-Muster des Deutschen führt in die Irre: „Ich habe dort gearbeitet“ verleitet zu „I have worked there“, wo eine abgeschlossene, beendete Station gemeint ist – im Englischen muss dann das Past Simple stehen: „I worked there from 2019 to 2022.“ Und schließlich die Länge: Wer aus Nervosität jede Station des Lebenslaufs nacherzählt, verliert die Zuhörenden. Drei Blöcke, ein Bogen, dann ein klarer Schlusspunkt.
Feste Satzanfänge nehmen dir im Gespräch die halbe Arbeit ab: Du musst nur noch deine eigenen Details einsetzen. Für den *Gegenwartsblock*: „Currently, I work as…“ oder „At the moment, I'm working as…“ für die Rolle; „I'm responsible for…“ für die Kernaufgabe; „My background is in…“ als Überblick über dein Feld. Für den *Vergangenheitsblock*: „Before that, I spent three years at…“ und „Previously, I worked in…“ für abgeschlossene Stationen; „I started my career in…“ für den Anfang; „I've led…“, „I've worked with…“, „I've built…“ für die Erfahrungsbilanz im Present Perfect. Für den *Zukunftsblock*: „Now I'm looking to…“ für deine Richtung; „What drew me to this role is…“ als direkte Brücke zur Stelle; „That's why this position caught my attention“ als Schlusspunkt. Übe diese Rahmen laut, nicht nur im Kopf – im Gespräch zählt, was dein Mund automatisch kann. Ein guter Weg: Sprich deine Antwort dreimal mit denselben Rahmen, aber jeweils leicht anderen Details. So lernst du die Struktur, nicht einen starren Text – und klingst im Ernstfall natürlich statt auswendig gelernt.
Zum Schluss die zwei Rahmenregeln, die über den Eindruck entscheiden. Erstens die Länge: 60 bis 90 Sekunden. Das klingt kurz, reicht aber bequem für alle drei Blöcke – etwa zwei bis drei Sätze pro Block in ruhigem Tempo. Deutlich kürzer wirkt ausweichend, als hättest du nichts zu erzählen. Deutlich länger kippt ins Monologisieren, und du beantwortest Fragen, die noch gar nicht gestellt wurden. Denk daran: Die Frage ist der Anfang eines Dialogs, nicht dein einziger Auftritt – alles, was du hier andeutest, kann das Gespräch später vertiefen. Zweitens das Register: beruflich, positiv, konkret. Sprich über Rollen, Verantwortung und Ergebnisse, nicht über Alter, Familienstand oder private Umstände. Vermeide auch Negatives über frühere Arbeitgeber – der Zukunftsblock formuliert den Wechselgrund positiv: „Now I'm looking to…“ statt einer Klage über die alte Stelle. Konkrete Zahlen helfen, wo du sie hast: „I've led five product launches“ bleibt besser hängen als „I have a lot of experience“. Wenn die Struktur sitzt, die Zeitformen stimmen und der Ton beruflich bleibt, hast du die erste Frage des Gesprächs in einen Vorsprung verwandelt.
Nutze das Past Simple für abgeschlossene, benannte Stationen: "I worked at a logistics company from 2019 to 2022" – das Kapitel ist vorbei. Nutze das Present Perfect für Erfahrung, die bis heute zählt und keinen Zeitpunkt nennt: "I've worked with clients in twelve countries." Der schnellste Test: Steht ein abgeschlossener Zeitraum im Satz oder ein Signal wie "before that"? Dann Past Simple. Ziehst du eine offene Bilanz deiner Laufbahn? Dann Present Perfect.
Weil die Frage nach deiner beruflichen Geschichte fragt, nicht nach deiner Person im Privaten. Im deutschen Lebenslauf waren Alter und Familienstand lange üblich, im englischsprachigen Bewerbungsprozess sind sie es nicht – dort wirkt ein Einstieg wie "I'm 34 and married" unpassend und verbraucht deine wertvollsten Sekunden. Beginne stattdessen mit der Rolle: "Currently, I work as…". Alles Private lässt du weg, bis das Gespräch selbst danach fragt.
Weil "drew" den Moment beschreibt, in dem die Stelle deine Aufmerksamkeit gewonnen hat – etwa beim Lesen der Ausschreibung. Dieser Moment ist abgeschlossen, also Past Simple. Dass das Interesse weiter besteht, trägt der zweite Teil des Satzes im Präsens: "…is the chance to lead a bigger team." Die Mischung ist kein Fehler, sondern genau die Logik der Zeitformen: vergangener Auslöser, gegenwärtige Wirkung.
Im britischen Englisch ist "CV" das übliche Wort, im amerikanischen Englisch "resume" – gemeint ist dasselbe Dokument. Entsprechend hörst du die Eröffnungsfrage auch in Varianten wie "Walk me through your resume" oder "Talk me through your CV". Deine Antwort ändert sich dadurch nicht: dieselbe Present–Past–Future-Struktur, dieselben Zeitformen, dieselben 60 bis 90 Sekunden. Nur beim Wort selbst passt du dich sinnvollerweise an dein Gegenüber an.
Diese Lektion setzt zwei Zeitformen voraus: das *past-simple* (A2) für abgeschlossene Stationen und das *present-perfect* (B1) für die Erfahrungsbilanz – wenn dir der Unterschied noch unklar ist, nimm dir zuerst diese beiden Lektionen vor. Danach lohnt sich *starting-conversations* (A2), denn vor und nach dem offiziellen Teil eines Interviews steht fast immer Small Talk. Mit Struktur, Zeitformen und Gesprächseinstieg zusammen hast du den sprachlichen Kern eines englischen Vorstellungsgesprächs abgedeckt.
Die beiden Sprachen blicken unterschiedlich auf denselben Zeitraum. Das Deutsche nimmt die Perspektive der Gegenwart ein – du arbeitest ja jetzt dort – und hängt die Dauer einfach mit "seit" an: Präsens genügt. Das Englische besteht darauf, dass die Zeitform selbst die Spanne von damals bis heute abbildet, und genau dafür gibt es das Present Perfect: "I've worked here for three years." Ein englisches Präsens ("I work here since three years") kann diese Spanne nicht tragen – deshalb klingt der wörtlich übertragene Satz für Muttersprachler sofort falsch.
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