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Am Telefon sieht dich niemand – dein erster Satz muss die ganze Arbeit machen. Hier lernst du ihn.
Mit der Dreier-Formel: Begrüßung, Firmenname, eigener Name mit „speaking“, dann ein Hilfsangebot – „Good morning, Norton Consulting, Anna speaking – how can I help you?“
Stand: Juli 2026
A2 · Telefonieren · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A2-Niveau. Du hörst die Meldeformel im Zusammenhang, lernst die wichtigsten Telefonwendungen mit einem Tutor kennen und übst sie anschließend in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
Ein Telefongespräch auf Englisch ist für viele Lernende stressiger als jedes persönliche Gespräch – und das hat einen einfachen Grund: Am Telefon fehlen alle visuellen Hilfen. Du siehst keine Mimik, keine Gesten, keine Lippenbewegungen. Alles hängt an der Stimme und an den Worten. Genau deshalb ist Telefon-Englisch stark formelhaft: Muttersprachler verwenden am Telefon immer wieder dieselben festen Wendungen, weil beide Seiten sie sofort wiedererkennen und das Gespräch dadurch auch bei schlechter Verbindung funktioniert. Das ist eine gute Nachricht für dich. Du musst kein freies Gespräch improvisieren, sondern eine überschaubare Menge an Bausteinen beherrschen: dich melden, den Anrufer identifizieren, verbinden, eine Nachricht aufnehmen und um Wiederholung bitten. Diese Lektion gibt dir für jede dieser Situationen die Standardformulierung auf A2-Niveau. Wenn du sie einmal automatisiert hast, verliert das Klingeln des Telefons seinen Schrecken – dein Ohr weiß dann, was kommt, und dein Mund weiß, was er antworten soll.
Die professionelle Meldeformel im Englischen besteht aus drei Teilen, die immer in derselben Reihenfolge kommen: Begrüßung, Firma, eigener Name – gefolgt von einem Hilfsangebot. „Good morning, Norton Consulting, Anna speaking – how can I help you?“ Jeder Baustein hat eine Aufgabe. Die Begrüßung („Good morning“ oder „Good afternoon“) signalisiert Freundlichkeit, noch bevor irgendeine Information fließt. Der Firmenname bestätigt dem Anrufer sofort, dass er richtig verbunden ist. Dein Name mit „speaking“ sagt ihm, mit wem er spricht – beachte, dass hier kein „I am“ steht: einfach „Anna speaking“. Das Hilfsangebot „How can I help you?“ übergibt das Wort höflich an den Anrufer. Rufst du selbst an, stellst du dich mit „This is Anna Berger from KM Media“ vor – „this is“, nicht „here is“. Privat genügt übrigens ein einfaches „Hello?“ – die volle Formel gehört ins Büro, nicht in die Küche.
Nach der Begrüßung landet fast jedes Geschäftstelefonat in einer von vier Situationen. Erstens: den Anrufer identifizieren. „Could I ask who's calling?“ erfragt höflich den Namen, „May I ask what it's about?“ das Anliegen. Zweitens: verbinden. „One moment, please – I'll put you through“ ist die Standardformel; wenn es nicht klappt, sagst du „I'm afraid the line is busy“. Drittens: Die gewünschte Person ist nicht erreichbar. Hier kombinierst du eine weiche Absage mit einem Angebot: „I'm afraid she's in a meeting – can I take a message?“ Viertens: Du hast etwas nicht verstanden. „Could you speak up a little?“ bittet darum, lauter zu sprechen, „Could you say that again, please?“ um Wiederholung und „Could you spell that for me?“ um Buchstabieren. Fällt dir etwas auf? Fast alle diese Wendungen beginnen mit „Could…?“ – die höfliche Frageform ist am Telefon der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Vier Gewohnheiten aus dem Deutschen führen am englischen Telefon zuverlässig zu Verwirrung. Erstens die Meldung nur mit dem Nachnamen: „Müller?“ ist in Deutschland völlig normal, klingt für englischsprachige Anrufer aber abweisend – sie wissen dann nicht einmal, ob sie richtig verbunden sind. Melde dich stattdessen mit Firma und Namen. Zweitens „Hier ist…“: Der deutsche Satz „Hier ist Anna Berger“ wird nicht zu „Here is Anna Berger“, sondern zu „This is Anna Berger“. „Here is“ verwendest du im Englischen, wenn du jemandem etwas überreichst – nicht, um dich vorzustellen. Drittens die Telefonnummern: Englische Muttersprachler lesen Nummern Ziffer für Ziffer vor, nicht in Zweiergruppen wie im Deutschen – aus 40 83 wird „four oh eight three“, und die Null heißt dabei meist „oh“. Viertens Doppelbuchstaben: Beim Buchstabieren sagst du „double t“ für tt, nicht „two t“ oder „two times t“. Wer diese vier Punkte kennt und vermeidet, klingt am Telefon sofort deutlich natürlicher.
Telefon-Englisch sitzt vom Register her zwischen dem lockeren Gespräch und der formellen E-Mail. Es ist höflicher als Small Talk im Flur – fast jede Bitte trägt ein „could“, „may“ oder „please“ –, aber direkter als Geschäftskorrespondenz, denn am Telefon zählt Tempo. Ein Satz wie „I am writing to enquire about…“ wäre gesprochen absurd; stattdessen sagst du schlicht „I'm calling about…“. Umgekehrt wirken reine Chat-Formeln wie „Hey, what's up?“ im Geschäftstelefonat unpassend. Nützlich ist der Vergleich mit zwei Nachbarfertigkeiten. Die formelle E-Mail (siehe die Lektion zu Email Openings and Closings) erledigt dieselben Aufgaben – Begrüßung, Anliegen, Abschluss – mit anderen Bausteinen: schriftlich und eine Stufe förmlicher. Und die Out-of-Office-Nachricht ist das schriftliche Gegenstück zu „I'm afraid she's not available“: dieselbe Information, anderes Medium. Wer die Telefonformeln beherrscht, erkennt die Muster in den anderen Formaten sofort wieder.
Der schnellste Weg zu sicherem Telefon-Englisch ist ein kleines persönliches Skript. Schreibe dir deine eigene Meldeformel auf – Begrüßung, Firmenname, dein Name, Hilfsangebot – und sprich sie so oft laut, bis sie ohne Nachdenken kommt. Lege daneben drei Rettungsanker für schwierige Momente: „Could you say that again, please?“, „Could you spell that for me?“ und „Let me just check – I'll call you back in five minutes.“ Gerade der letzte Satz nimmt enorm viel Druck: Du darfst ein Telefonat höflich beenden und vorbereitet zurückrufen. Übe außerdem Zahlen laut – Telefonnummern, Preise, Uhrzeiten –, denn sie sind am Telefon Alltag und unter Stress die erste Baustelle. Und wenn du eine Nachricht aufnimmst, wiederhole die Kerndaten: „So that's Ms Kern, K-E-R-N, on oh one seven six…“. Diese Bestätigungsschleife ist im englischen Geschäftstelefonat nicht überkorrekt, sondern professioneller Standard.
Die Rollen entscheiden. Die Person, die den Anruf entgegennimmt, nimmt die Nachricht auf: „Can I take a message?“ Der Anrufer hinterlässt sie: „Could I leave a message?“ Beide Sätze beschreiben denselben Vorgang aus zwei Blickwinkeln. Wenn du dir merkst, wer gerade spricht, wählst du automatisch das richtige Verb.
Die deutsche Gewohnheit „Müller?“ funktioniert im Englischen nicht: Englischsprachige Anrufer erwarten Begrüßung, Firmenname und Namen – ein einzelnes Wort klingt für sie abweisend, und sie wissen nicht einmal sicher, ob sie richtig verbunden sind. Genauso wichtig: „Hier ist Anna“ wird zu „This is Anna“, niemals zu „Here is Anna“. Diese beiden Punkte sind die häufigsten Telefonfehler deutschsprachiger Lernender.
Nein – am Telefon (und generell im höflichen Englisch) ist „I'm afraid“ ein Abtönungssignal, kein Gefühl. Es kündigt eine unangenehme Information höflich an: „I'm afraid she's in a meeting“, „I'm afraid the line is busy“. Die wörtliche Übersetzung „Ich habe Angst“ führt in die Irre; gemeint ist eher „leider“. Ohne dieses Polster klingen Absagen im Englischen schnell schroff.
Die Grundformel ist gleich, ein paar Details unterscheiden sich. Bei Telefonnummern sagen Briten für die Null meist „oh“ und nutzen „double“ für Doppelziffern („double four“); Amerikaner sagen häufiger „zero“ und wiederholen die Ziffer einzeln. Fürs Verbinden hörst du im britischen Englisch eher „I'll put you through“, im amerikanischen oft „I'll connect you“ oder „I'll transfer you“ – verstanden wird alles überall.
Telefonieren ist auf A2-Niveau die erste „Echtzeit-Fertigkeit“ im Business-Englisch: Du kannst nicht wie bei einer E-Mail in Ruhe formulieren. Eine gute Vorbereitung sind die Gesprächseinstiege aus *starting-conversations* (A2). Danach lohnen sich die schriftlichen Gegenstücke: *formal-email-opening-closing* (A2) für Begrüßung und Abschluss in E-Mails und *out-of-office-message* (A2) für den Fall, dass du selbst einmal nicht erreichbar bist.
Aus der Zeit der Telefonvermittlung. In frühen Telefonnetzen stellten Telefonistinnen an einer Schalttafel jede Verbindung von Hand her, indem sie ein Kabel in die passende Buchse steckten – der Anrufer wurde also buchstäblich „durchgestellt“ (put through). Auch „hold the line“ stammt aus dieser Welt: Man hielt die Leitung offen, während die Vermittlung arbeitete. Die Technik ist verschwunden, die Wendungen sind geblieben.
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