Meetings
Aus demselben Thema
Die Redemittel, mit denen du im englischen Meeting deutlich widersprichst, ohne unhöflich zu wirken.
Im Englischen widersprichst du in zwei Schritten: zuerst ein Softener wie „I’m afraid“, „I see your point“ oder „that’s true, but“, dann erst dein Gegenargument. Ein direktes „That’s wrong“ wirkt im englischen Meeting unhöflich.
Stand: Juli 2026
B1 · Meetings · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst einen höflichen Widerspruch im Zusammenhang, lernst die Zustimmungsleiter mit einem Tutor kennen und übst die Redemittel anschließend in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
Zustimmen und Widersprechen gehören zu den häufigsten Sprechhandlungen in jedem Meeting – und genau hier prallen deutsche und englische Gesprächskultur am deutlichsten aufeinander. Im deutschen Berufsalltag gilt ein klares „Das sehe ich anders“ oder „Das stimmt so nicht“ meist als sachlich und effizient: Man kritisiert die Sache, nicht die Person, und alle Beteiligten verstehen das auch so. Im englischsprachigen Geschäftsleben funktioniert diese Direktheit nicht. Ein unabgefedertes „That’s wrong“ oder „You’re wrong“ wird dort nicht als sachlich gehört, sondern als persönlicher Angriff – selbst wenn du es freundlich meinst. Englische Meetings trennen deshalb konsequent zwischen dem *Inhalt* des Widerspruchs und seiner *Verpackung*. Der Inhalt darf hart sein: Du kannst eine Deadline für unrealistisch, ein Budget für zu hoch und einen Plan für riskant erklären. Die Verpackung aber muss weich bleiben: ein Softener zuerst, dann ein Grund, und die Kritik richtet sich immer gegen die Idee, nie gegen den Menschen. Diese Lektion gibt dir dafür ein festes Repertoire – eine Leiter von voller Zustimmung bis zu deutlichem, aber professionellem Widerspruch.
Auch Zustimmung hat im Englischen Abstufungen, und es lohnt sich, sie als Leiter zu denken. Ganz oben steht „Absolutely“ – ein kurzes, enthusiastisches Ja, das keinerlei Einschränkung kennt. Direkt darunter folgt „I couldn’t agree more“: wörtlich „mehr könnte ich nicht zustimmen“, also die maximale Zustimmung in Satzform. Die neutrale Mitte bildet das schlichte „I agree“ – korrekt, professionell, unauffällig. Und ganz unten hängt eine Stufe, die viele Lernende überschätzen: „I see your point“. Diese Formulierung klingt nach Zustimmung, ist aber in Wahrheit nur ein höfliches Anerkennen des Arguments – sehr oft folgt unmittelbar danach ein „but“. Wer im Meeting „I see your point, but …“ hört, sollte sich also nicht zu früh freuen: Das Gegenargument ist schon unterwegs. Für dich als Sprecher ist diese unterste Stufe trotzdem wertvoll, denn sie ist der eleganteste Einstieg in einen Widerspruch. Du zeigst zuerst, dass du zugehört und das Argument verstanden hast – und verschaffst deinem eigenen Einwand damit deutlich mehr Gehör, als ein direkter Einstieg es je könnte.
Zwischen Zustimmung und Widerspruch liegt das Territorium, in dem die meisten echten Meeting-Momente stattfinden: Du findest einen Teil der Idee gut und einen anderen Teil problematisch. Dafür hat das Englische zwei feste Muster. Das erste ist „I agree up to a point, but …“ – ich stimme bis zu einem gewissen Punkt zu. Die Wendung ist idiomatisch fixiert: Es heißt „up to a point“, nicht „until a point“ oder „to a point of view“. Das zweite Muster ist „That’s true, but …“: Du bestätigst die Richtigkeit des Arguments und lenkst dann mit „but“ auf deine Einschränkung. Beide Muster funktionieren nach derselben Logik – erst geben, dann nehmen. Du schenkst deinem Gegenüber eine ehrliche Teilzustimmung und kaufst dir damit das Recht auf den Einwand. Wichtig ist, dass der erste Teil nicht als leere Floskel klingt: Nenne konkret, womit du einverstanden bist. „I agree up to a point – the client would love an earlier launch – but the testing plan worries me“ wirkt glaubwürdig, weil beide Hälften Substanz haben. Ein hingeworfenes „yes, but“ ohne Inhalt dagegen hört jeder sofort als verkleidetes Nein.
Für den eigentlichen Widerspruch bietet dir das Englische eine Skala mit mehreren Stufen. Die sanfteste ist „I see it a bit differently“ – du behauptest gar nicht, dass dein Gegenüber falsch liegt, sondern nur, dass du eine andere Perspektive hast. Eine Stufe deutlicher ist „I’m not sure I agree“: formal nur ein Zweifel, praktisch aber ein klarer Widerspruch, den jeder im Raum als solchen versteht. Wenn du deutlich werden musst, greifst du zu „I’m afraid I disagree“. Das „I’m afraid“ bedeutet hier nicht „ich habe Angst“, sondern funktioniert wie das deutsche „leider“: Es rahmt den Widerspruch als etwas, das dir selbst unangenehm ist. Ähnlich arbeiten „with respect“ und „to be honest“ – kleine Vorschaltwörter, die dem Satz die Schärfe nehmen, bevor er beginnt. Wichtig für dein Hörverstehen: Diese Softener *verkleinern* den Widerspruch nicht, sie verpacken ihn nur. Ein englisches „I’m afraid that won’t be possible“ ist ein hartes Nein. Und nach jedem Widerspruch gehört ein Grund oder ein Vorschlag: „I’m afraid I disagree – the deadline isn’t realistic. Could we look at the plan again?“ So bleibt der Ton konstruktiv.
Der häufigste Grammatikfehler in diesem Themenfeld ist „I’m agree“. Er entsteht durch direkte Übersetzung aus dem Deutschen: „Ich *bin* einverstanden“ enthält ein „bin“, also bauen viele Lernende auch im Englischen ein „am“ ein. Aber „agree“ ist ein Verb, kein Adjektiv – es heißt schlicht „I agree“, verneint „I don’t agree“. Der zweite typische Fehler ist kein Grammatik-, sondern ein Registerfehler: die ungefilterte Direktheit. Sätze wie „That’s wrong“, „No, that’s not correct“ oder „You are not right“ sind grammatisch einwandfrei und wirken trotzdem im englischen Meeting schroff bis feindselig. Das Tückische daran: Niemand korrigiert dich. Deine englischsprachigen Kollegen antworten höflich weiter, und du erfährst nie, dass dein Ton als aggressiv ankam. Ein dritter Fehler betrifft die Deutung der Gegenseite: Deutsche Lernende nehmen englische Softener oft wörtlich und überhören den Widerspruch dahinter. Wenn deine Projektleiterin sagt „I’m not sure that’s quite right“, meint sie sehr wahrscheinlich „das ist falsch“ – nur eben englisch verpackt. Höflichkeit entschlüsseln zu können ist genauso wichtig, wie sie selbst zu produzieren.
Am Ende entscheidet nicht die einzelne Phrase, sondern die Choreografie. Ein gelungener Redebeitrag im englischen Meeting folgt fast immer demselben Dreischritt: anerkennen, abfedern, argumentieren. Zuerst zeigst du, dass du das Argument gehört hast („I see your point about the client“). Dann setzt du deinen Softener („but I’m afraid …“). Und schließlich lieferst du Grund und, wenn möglich, einen Vorschlag („… the testing schedule is too tight – could we review it on Friday?“). Dieser Dreischritt funktioniert in Budgetrunden genauso wie in Projektbesprechungen oder Verhandlungen. Übe ihn laut: Die Redemittel dieser Lektion nützen dir erst dann, wenn sie dir im Meeting ohne Nachdenken zur Verfügung stehen – genau in dem Moment, in dem jemand eine unrealistische Deadline vorschlägt. Beginne mit den drei wichtigsten Formulierungen: „I see your point, but …“, „I agree up to a point, but …“ und „I’m afraid I disagree“. Wer diese drei sicher beherrscht, kann in praktisch jeder Besprechung deutlich Position beziehen und klingt dabei trotzdem wie ein höflicher, konstruktiver Profi.
Meistens nicht. „I see your point“ erkennt nur an, dass dein Argument verstanden wurde – es verspricht keine Zustimmung. Sehr häufig folgt direkt danach ein „but“ mit einem Gegenargument. Volle Zustimmung klingt anders: „I agree“, „Absolutely“ oder „I couldn’t agree more“. Merk dir die Faustregel: Je weiter unten auf der Zustimmungsleiter eine Phrase steht, desto wahrscheinlicher ist, dass gleich ein „but“ kommt.
Weil „agree“ im Englischen ein Verb ist und kein Adjektiv. Der Fehler entsteht durch die deutsche Formulierung „Ich *bin* einverstanden“, die ein „sein“ enthält – im Englischen gibt es dieses „bin“ aber nicht. Richtig heißt es einfach „I agree“, in der Verneinung „I don’t agree“ und in der Frage „Do you agree?“. Wenn du dir das Muster wie bei anderen Verben merkst („I work“, nicht „I’m work“), verschwindet der Fehler von selbst.
In dieser Verwendung nicht. „I’m afraid I disagree“ oder „I’m afraid that won’t be possible“ funktioniert wie das deutsche „leider“: Es rahmt eine unangenehme Aussage als etwas, das dem Sprecher selbst leidtut. Überraschend für viele Lernende: Gerade die höflichsten Formulierungen tragen oft den härtesten Inhalt. Ein englisches „I’m afraid that won’t be possible“ ist ein klares Nein – und „with respect“ kündigt fast immer deutlichen Widerspruch an, keine Ehrerbietung.
Die Softener funktionieren in beiden Varianten, aber die Dosierung unterscheidet sich tendenziell. Britisches Englisch ist für sein Understatement bekannt: Ein britisches „I’m not sure I entirely agree“ kann ein sehr entschiedenes Nein bedeuten. Amerikanisches Business-Englisch ist im Schnitt etwas direkter – ein klares „I disagree“ mit Begründung ist dort üblicher. Für dich als Lernende oder Lernender ist die weichere Variante die sichere Wahl: Sie funktioniert in London, New York und in internationalen Teams gleichermaßen.
Zustimmen und Widersprechen ist das Herzstück der Meeting-Sprache auf B1-Niveau. Davor lohnt sich *starting-a-meeting* (B1), damit du eine Besprechung eröffnen und strukturieren kannst, bevor du in ihr diskutierst. Gut dazu passt *must-have-to-should* (B1): Modalverben wie „should“ und „could“ machen deine Vorschläge nach einem Widerspruch weicher. Und *tell-me-about-yourself* (B1) trainiert dieselbe Fähigkeit – höflich und überzeugend sprechen – in der Interviewsituation.
Sprachwissenschaftler nennen solche Wörter Hedges – Absicherungen, die eine Aussage abschwächen oder als persönliche Sicht markieren. Jede Sprache besitzt sie, aber englische Gesprächskultur setzt sie beim Widersprechen besonders systematisch ein: „I’m afraid“, „I’d say“, „not sure“, „a bit“ sind feste Bausteine der Meeting-Sprache. Das Ergebnis ist ein Code, in dem die Form höflich bleibt, während der Inhalt hart sein darf. Wer den Code kennt, hört in einem sanften „I see it a bit differently“ präzise, was gemeint ist: ein Widerspruch.
Aus demselben Thema
Jede Woche neu
Vertiefen Sie das Gelernte im persönlichen Unterricht. Die Lehrkräfte von Simmonds unterrichten live per Zoom oder vor Ort in Berlin und Hannover.
Live-Unterricht buchen