01 / 07
Was sind Passive Reporting Structures?
Passive Reporting Structures kennzeichnen eine Information als Bericht, Erwartung oder Überzeugung, statt sie direkt als eigene Behauptung zu formulieren. Der deutsche Schulbegriff unpersönliches Passiv bezeichnet dabei besonders das Muster „It is said that …“. In einem formellen Presse-, Protokoll- oder offiziellen Mitteilungsregister kannst du schreiben: „It is expected that the merger will close in Q3.“ Alternativ stellst du das gemeldete Thema an den Anfang: „The merger is expected to close in Q3.“ Beide Sätze schaffen Distanz zur Quelle, doch sie organisieren den Fokus unterschiedlich. Diese Distanz ist keine Anleitung zum Ausweichen: Wenn eine Quelle verfügbar und relevant ist, solltest du sie nennen, etwa mit according to the market update. Das grammatische Ziel dieser C1-Lektion ist ausschließlich das Berichten. Es geht darum, offizielle Aussagen sauber zu rahmen, nicht darum, sämtliche Passivformen oder Infinitivkonstruktionen als eigene Formfamilie zu untersuchen.
02 / 07
Wie funktioniert *It is said that*?
It is said that eröffnet unpersönlich eine vollständige gemeldete Aussage. Das it verweist hier nicht auf eine konkrete Sache; es trägt den formellen Berichtsrahmen. Danach folgt mit that ein ganzer Teilsatz: „It is said that our competitor is insolvent.“ Mit einem anderen Berichtsverb kannst du die Art der Information genauer markieren: „It is reported that the CEO will step down“, „It is believed that the supplier is insolvent“ oder „It is expected that the merger will close in Q3.“ Diese Varianten sind besonders in Pressemitteilungen, Sitzungsprotokollen und offiziellen Zusammenfassungen zu finden. Das laufende Modell lautet It is + reporting verb + that + clause. Halte den Teilsatz vollständig, also mit eigenem Subjekt und finitem Verb. Wenn du stattdessen die gemeldete Person oder Sache an den Anfang setzen willst, wechselst du zum zweiten Muster und verwendest keinen direkten that-Teilsatz nach diesem Subjekt.
03 / 07
Wie funktioniert *X is believed to*?
Das Muster X + is believed/expected/said/reported to + Infinitiv stellt die gemeldete Person oder Sache an den Satzanfang. „The supplier is believed to be insolvent“ rückt den Lieferanten ins Zentrum, während „It is believed that the supplier is insolvent“ die ganze Behauptung unpersönlich rahmt. Für eine Erwartung schreibst du im formellen Protokollregister etwa „The board is expected to confirm on Friday.“ Für eine Pressemeldung passt „The CEO is reported to step down.“ Der Infinitiv wird hier ausschließlich gebraucht, weil er zum Berichtsmuster mit genanntem Subjekt gehört. Lerne die laufende Folge als the board is expected to confirm; the CEO is reported to step down; the supplier is believed to be insolvent. Das Minimalpaar zeigt die Grenze: „The company is said that it will expand“ ist nicht möglich. Nutze „The company is said to be expanding“ oder wechsle zu „It is said that the company will expand.“
04 / 07
Was ist der Unterschied zwischen den beiden Berichtsmustern?
Der Unterschied zwischen den beiden Berichtsmustern liegt hauptsächlich im Ausgangspunkt. „It is expected that the merger will close in Q3“ beginnt mit einem unpersönlichen Rahmen und präsentiert danach die ganze Erwartung. „The merger is expected to close in Q3“ beginnt sofort mit dem Thema. Inhaltlich können beide im formellen Register dieselbe gemeldete Erwartung tragen, aber die zweite Form eignet sich besonders, wenn der vorherige Satz bereits von der Fusion handelt. In einem Protokoll kann die erste Version dagegen einen neuen Berichtspunkt eröffnen. Dasselbe gilt für „It is reported that the CEO will step down“ und „The CEO is reported to step down.“ Entscheide also nicht nach einer angeblich besseren Form, sondern nach dem Informationsfluss: Soll die Quelle oder der Berichtsstatus zuerst sichtbar werden, oder soll die betroffene Person beziehungsweise Sache den Satz führen? Beide bleiben offizielle Berichtsmittel und sollten bei verfügbarer Quelle durch eine klare Quellenangabe ergänzt werden.
05 / 07
Warum ersetzt englisches *should* das deutsche *sollen* hier nicht?
Englisches should ersetzt das deutsche Hörensagen-sollen nicht zuverlässig, weil es im Englischen häufig eine Empfehlung, Erwartung oder Bewertung ausdrückt. Der Satz „The merger should close in Q3“ kann wie eine Prognose oder ein gewünschter Verlauf klingen; er kennzeichnet nicht eindeutig, dass du eine fremde Meldung wiedergibst. Für den beabsichtigten formellen Berichtsstatus ist „The merger is expected to close in Q3“ präziser. Noch deutlicher wird der Unterschied bei „Our competitor should be insolvent.“ Wenn du angeblich oder man sagt meinst, lautet die passende Berichtsform „It is said that our competitor is insolvent.“ Nutze also kein automatisches Wort-für-Wort-Mapping von sollen zu should. Frage stattdessen, ob der Satz Rat, Prognose oder Hörensagen ausdrücken soll. Nur für den dritten Fall wählst du hier eines der beiden formellen Reporting-Passive-Muster und nennst nach Möglichkeit die Quelle.
06 / 07
Welche Berichtsverben passen zu welcher Aussage?
Die Verben say, report, believe, expect und rumour markieren unterschiedliche Arten gemeldeter Information im formellen Presse- oder Protokollregister. Said bleibt allgemein: „It is said that the competitor is insolvent.“ Reported verweist auf eine Meldung: „The CEO is reported to step down.“ Believed kennzeichnet eine berichtete Überzeugung: „The supplier is believed to be insolvent.“ Expected formuliert eine gemeldete Erwartung: „The board is expected to confirm on Friday.“ Mit rumoured markierst du ein Gerücht, etwa „The company is rumoured to be preparing a sale.“ Die Wahl sollte zur Quelle passen und darf Unsicherheit nicht künstlich glätten. In einem Geschäftsbericht ist eine konkrete Einleitung wie according to the board update oft informativer als ein völlig quellenloser Passivsatz. Das Berichtsverb klassifiziert die Aussage; die Quellenangabe macht sie nachvollziehbar. Zusammen schaffen beide eine verantwortungsvolle formelle Formulierung.
07 / 07
Wie nutzt du Reporting Passives verantwortungsvoll im Beruf?
Du nutzt Reporting Passives im Beruf verantwortungsvoll, wenn du Register, Quelle und Sicherheitsgrad zusammen sichtbar machst. In einem Sitzungsprotokoll kann „It is expected that the merger will close in Q3“ eine protokollierte Erwartung eröffnen; ergänze nach Möglichkeit, aus welchem Update sie stammt. In einer Pressezusammenfassung kann „The CEO is reported to step down“ die betroffene Person zuerst nennen, sollte aber nicht vortäuschen, die Meldung sei bestätigt. Ein Lieferantenbericht kann „The supplier is believed to be insolvent“ enthalten, wenn genau dieser Status belegt ist. Die Struktur selbst macht eine Aussage weder wahr noch falsch; sie signalisiert nur, dass sie berichtet, geglaubt oder erwartet wird. Verwende sie daher nicht, um Verantwortung zu verschleiern. Prüfe vor dem Absenden: Ist das formelle Register passend? Benennt das Berichtsverb den Status korrekt? Kannst du eine Quelle ergänzen? Dann dient die grammatische Distanz der Genauigkeit statt dem Ausweichen.