Signalwörter
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Signalwörter sind die Wegweiser der englischen Zeitformen: Sie zeigen dir, welche Zeit wahrscheinlich ist – wenn du weißt, wie man sie liest.
Signalwörter sind Zeitausdrücke wie always, yesterday, already oder tomorrow, die anzeigen, welche Zeitform ein englischer Satz wahrscheinlich braucht. Sie sind Hinweise, keine Gesetze – die Bedeutung des Satzes entscheidet.
Stand: Juli 2026
B1 · Signalwörter · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst Signalwörter im Zusammenhang, bekommst die Übersicht über alle Kernzeiten und übst die Zuordnung in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit fünf Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
Signalwörter sind kleine Zeitausdrücke – always, yesterday, tomorrow, since –, die dir verraten, welche Zeitform in einem englischen Satz wahrscheinlich gemeint ist. Sie funktionieren wie Wegweiser an der Straße: Wenn du „two years ago“ liest, zeigt der Pfeil deutlich auf das Past Simple; bei „at the moment“ zeigt er auf das Present Continuous. Für dich als Lernender sind sie deshalb ein hervorragendes Erste-Hilfe-Werkzeug. Du musst nicht bei jedem Satz die komplette Zeitformen-Theorie durchdenken, sondern kannst dich zunächst am Zeitausdruck orientieren und die Auswahl auf ein oder zwei Kandidaten eingrenzen, bevor du weiter überlegst. Wichtig ist aber die richtige Erwartung von Anfang an: Signalwörter sind Hinweise, keine Gesetze. Sie sagen dir, welche Zeitform am wahrscheinlichsten ist – nicht, welche zwingend richtig ist. Am Ende entscheidet immer die Bedeutung des ganzen Satzes. Diese Lektion gibt dir die Übersicht über die wichtigsten Signalwörter aller Kernzeiten, damit du in den meisten Fällen schnell richtig liegst – und in den übrigen Fällen genau weißt, warum du langsamer werden und genauer hinsehen musst.
Drei Gegenwartsformen teilen sich die meisten Signalwörter des Alltags. Das Present Simple beschreibt Gewohnheiten und Routinen; seine typischen Begleiter sind always, usually, often, sometimes, never und every day. „We usually invoice at the end of the month“ – eine feste Routine im Geschäftsleben. Das Present Continuous beschreibt, was gerade jetzt passiert; hier signalisieren now, at the moment, currently und right now. „She's in a meeting at the moment“ – jetzt gerade, nicht generell. Das Present Perfect verbindet Vergangenes mit dem Jetzt; seine Signale sind already, just, yet, ever und never sowie since und for. „We've already sent the invoice“ – erledigt, und das Ergebnis zählt jetzt. Beachte, dass never in zwei Listen auftaucht: „I never drink coffee“ ist eine Gewohnheit im Present Simple, „I've never been to Japan“ eine Lebenserfahrung im Present Perfect. Genau solche Überschneidungen zeigen, warum du neben dem Signalwort immer auch die Satzstruktur prüfen solltest – das Hilfsverb have verrät dir das Perfect sofort.
Für das Past Simple sind die Signalwörter am zuverlässigsten, denn sie benennen einen abgeschlossenen Zeitpunkt: yesterday, ago, last week, last year, in 2019, when I was a child. Sobald ein Satz einen solchen beendeten Zeitraum enthält, führt kaum ein Weg am Past Simple vorbei – „They signed the contract two weeks ago.“ Bei der Zukunft musst du dagegen zwischen zwei Formen wählen, und hier helfen die Signalwörter nur zur Hälfte. Das will-Future passt zu spontanen Entscheidungen, Vorhersagen und Vermutungen; typische Begleiter sind tomorrow, next week und soon, oft zusammen mit I think, probably und perhaps: „I'll probably call you tomorrow.“ Das going-to-Future steht für Pläne und Absichten, die schon feststehen: „We're going to launch the new website next month“ – die Entscheidung ist bereits gefallen. Merke dir die Arbeitsteilung genau: tomorrow und next week sagen nur, dass es um Zukunft geht. Ob will oder going to die bessere Wahl ist, entscheidet nicht das Signalwort, sondern die Frage, ob im Kopf des Sprechers schon ein Plan existiert.
Deutsche Lernende kennen Signalwörter meist aus dem Schulunterricht – und genau dort liegt die Gefahr: Viele behandeln sie wie mathematische Regeln. „Since gesehen, Present Perfect angekreuzt“ funktioniert in vielen Übungsheften, aber nicht in echter Sprache. Erstens haben mehrere Signalwörter zwei Gesichter: since kann „seit“ bedeuten und steht dann tatsächlich oft mit dem Present Perfect, aber es kann auch „weil“ bedeuten – „Since the client was late, we started without him“ steht völlig korrekt im Past Simple. Zweitens erzwingt ein Signalwort keine Zeitform, wenn der Kontext etwas anderes sagt: this morning kann das Present Perfect verlangen, solange es noch Vormittag ist, und das Past Simple, sobald der Nachmittag begonnen hat. Drittens gerät ins Schwimmen, wer sich blind auf Signalwörter verlässt, sobald ein Satz gar keinen Zeitausdruck enthält – und das sind die meisten Sätze. Nutze Signalwörter deshalb wie ein erfahrener Fahrer das Navi: als Orientierung, nicht als Ersatz für den Blick auf die Straße. Stelle dir zusätzlich immer die Kontrollfrage: Ist die Handlung eine Gewohnheit, gerade im Gange, abgeschlossen oder geplant?
Eine kleine Gruppe von Zeitausdrücken passt zu mehreren Zeitformen – und genau diese Wörter verursachen die meisten Fehler in Prüfungen und E-Mails. This week, this month, today und this year beschreiben Zeiträume, die noch nicht abgeschlossen sind. Deshalb können sie mit dem Present Perfect stehen („I've had three meetings this week“ – die Woche läuft noch), mit dem Present Continuous („I'm working from home this week“ – eine vorübergehende Situation) und sogar mit dem Past Simple, wenn das einzelne Ereignis innerhalb der Woche bereits abgeschlossen ist („I met the new director this week“). Auch recently pendelt zwischen Present Perfect und Past Simple, je nachdem, ob das Ergebnis oder das Ereignis selbst im Vordergrund steht. Und Zeitspannen mit for funktionieren ebenfalls mit mehreren Zeiten: „I've worked here for two years“ (ich arbeite noch hier) gegenüber „I worked there for two years“ (diese Zeit ist vorbei). Für diese Wörter gilt eine einfache Faustregel: Das Signalwort legt nur den Zeitraum fest. Ob die Handlung darin abgeschlossen ist oder noch andauert, musst du aus dem Zusammenhang lesen – und erst danach die Zeitform wählen.
Im Geschäftsenglisch tragen Signalwörter oft mehr Bedeutung als die Zeitform selbst, weil sie Verbindlichkeit und Dringlichkeit transportieren. „We usually reply within 24 hours“ beschreibt einen Servicestandard; „We're currently reviewing your proposal“ signalisiert laufende Arbeit; „We've already transferred the payment“ beendet höflich eine Zahlungserinnerung; „I'll get back to you tomorrow“ ist ein Versprechen mit Datum. Wer Signalwörter präzise setzt, wirkt organisiert und verlässlich – wer sie falsch kombiniert, verwirrt: „We have already sent the invoice yesterday“ mischt zwei Zeitzonen in einem einzigen Satz. Für E-Mails lohnt sich deshalb eine kurze Prüfroutine bei jedem Satz mit Zeitbezug. Steht ein abgeschlossener Zeitpunkt darin (last Friday, two weeks ago)? Dann Past Simple. Geht es um einen Standard oder Rhythmus (always, every quarter)? Present Simple. Läuft die Arbeit gerade (at the moment, currently)? Present Continuous. Ist etwas erledigt und jetzt relevant (already, just)? Present Perfect. Diese vier Fragen decken fast jede geschäftliche E-Mail ab – und die Signalwörter liefern dir die Antwort meistens frei Haus.
Nein – und das ist der wichtigste Punkt dieser Lektion. Signalwörter zeigen dir die wahrscheinlichste Zeitform, aber die Bedeutung des Satzes entscheidet. „Since“ steht oft mit dem Present Perfect, bedeutet aber manchmal „weil“ und passt dann zu jeder Zeitform. „This week“ kann je nach Zusammenhang mit Present Perfect, Present Continuous oder Past Simple stehen. Behandle Signalwörter wie Wegweiser: Sie zeigen die Richtung, aber fahren musst du selbst.
Weil hier zwei Signale gegeneinander arbeiten: Das Present Perfect verbindet eine Handlung mit dem Jetzt, aber „last week“ bezeichnet einen abgeschlossenen Zeitraum in der Vergangenheit. Abgeschlossene Zeitangaben – yesterday, ago, last week, in 2019 – verlangen im Englischen das Past Simple: „We visited the client last week.“ Genau dieser Konflikt ist einer der häufigsten Zeitformen-Fehler deutscher Lernender, weil das deutsche Perfekt („Wir haben den Kunden letzte Woche besucht“) beide Aufgaben übernimmt.
Weil „this week“ nur den Zeitraum benennt, nicht den Zustand der Handlung darin. Die Woche läuft noch, also passt das Present Perfect für eine Zwischenbilanz („I've had three meetings this week“). Eine vorübergehende Situation innerhalb der Woche nimmt das Present Continuous („I'm working from home this week“). Und ein einzelnes, bereits abgeschlossenes Ereignis innerhalb der Woche steht im Past Simple („I met the new director this week“). Das Signalwort öffnet hier also drei Türen – welche du nimmst, entscheidet der Zusammenhang.
Fast, mit einer wichtigen Ausnahme: already, just und yet. Im britischen Englisch verlangen diese drei Wörter normalerweise das Present Perfect („I've already eaten“), im amerikanischen Englisch steht daneben oft das Past Simple („I already ate“). Beide Varianten werden weltweit verstanden, aber Prüfungsanbieter behandeln in der Regel das britische Muster als Standard. Wenn du für eine Prüfung oder für den europäischen Geschäftsverkehr lernst, bist du mit der britischen Zuordnung auf der sicheren Seite.
Diese Übersicht setzt voraus, dass du die einzelnen Zeitformen bereits kennst. Wenn dir das Present Simple (*present-simple*, A2) oder das Past Simple (*past-simple*, A2) noch nicht sicher sind, beginne dort – Signalwörter zuzuordnen ergibt erst Sinn, wenn du die Formen selbst bilden kannst. Nach dieser Lektion ist *signal-words-present-perfect* (A2) der natürliche nächste Schritt: eine Vertiefung der trickreichsten Gruppe, nämlich already, just, yet, since und for.
Im gesprochenen Deutsch übernimmt das Perfekt fast die gesamte Vergangenheit („Ich habe gestern angerufen“), und die Zeitadverbien tragen die Feinarbeit. Englisch verteilt diese Arbeit anders: Die Zeitform selbst kodiert, ob etwas Gewohnheit, gerade im Gange, abgeschlossen oder noch relevant ist – und die Signalwörter machen diese Wahl sichtbar. Deshalb wirken englische Zeitformen auf Deutschsprachige zunächst überkomplex, sind aber eigentlich ein Präzisionswerkzeug: Ein englischer Satz verrät oft ohne jedes Zeitadverb, wie eine Handlung zeitlich einzuordnen ist.
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