Signalwörter
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Lies zuerst das Zeitwort, dann wählt sich die Zeitform fast von selbst: already, just, yet, ever, never, for und since zeigen auf das Present Perfect.
Zum Present Perfect gehören already, just, yet, ever, never, for, since, recently, so far und this week. Abgeschlossene Zeitangaben wie yesterday, ago, last week und in 2019 verlangen dagegen das Past Simple.
Stand: Juli 2026
A2 · Signalwörter · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A2-Niveau. Du hörst die Signalwörter im Business-Kontext, lernst die drei Gruppen mit einem Tutor kennen und übst sie in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit sechs Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
Signalwörter sind kleine Zeitmarker, die dir verraten, welche Zeitform ein englischer Satz verlangt. Sie erzeugen die Zeitform nicht – sie zeigen nur, wie die sprechende Person den Zeitraum sieht. Wörter wie *already*, *just*, *yet*, *ever*, *never*, *for*, *since*, *recently*, *so far* und *this week* halten die Tür zur Gegenwart offen: Entweder reicht der beschriebene Zeitraum bis jetzt, oder das Ergebnis der Handlung zählt jetzt noch. Genau dafür ist das Present Perfect zuständig. Wörter wie *yesterday*, *ago*, *last week* und *in 2019* schließen diese Tür: Der Zeitraum ist vorbei und abgeschlossen, also übernimmt das Past Simple. Für dich ist das eine enorme Abkürzung. Statt bei jedem Satz die ganze Zeitformen-Theorie durchzugehen, liest du zuerst das Zeitwort und lässt es die Entscheidung treffen. In den allermeisten Sätzen führt dich das Signalwort direkt zur richtigen Zeitform – und die wenigen Ausnahmen, etwa *for*, das mit beiden Zeitformen stehen kann, lernst du in dieser Lektion gleich mit. Signalwörter sind kein Grammatiktrick für Anfänger, sondern das, was Muttersprachler unbewusst ohnehin tun: Sie hören das Zeitwort und stellen die Zeitform danach ein.
Die erste Gruppe markiert Handlungen, die soeben geschehen sind und deren Ergebnis jetzt zählt. *Just* bedeutet „gerade eben“: *I've just sent the invoice* – die Rechnung ist raus, und genau das ist die aktuelle Nachricht. *Already* betont, dass etwas früher als erwartet erledigt ist, und steht in Aussagesätzen zwischen dem Hilfsverb und dem Past Participle: *We've already signed the contract.* *Yet* ist das Gegenstück für Verneinungen und Fragen und steht am Satzende: *The payment hasn't arrived yet. Have you sent the offer yet?* *Recently* deckt die letzten Tage oder Wochen ab: *We've recently hired two new developers.* Alle vier Wörter folgen demselben Prinzip: Die Handlung liegt in der jüngsten Vergangenheit, aber ihr Ergebnis gehört zur Gegenwart – deshalb Present Perfect. Präge dir vor allem die Positionen ein, denn genau dort passieren die Fehler: *already* und *just* stehen in der Satzmitte, *yet* am Ende. Ein Satz wie *Have you yet sent the offer?* klingt für englische Ohren sofort falsch, obwohl jedes einzelne Wort stimmt. Im Berufsalltag ist diese Gruppe die häufigste: Statusmeldungen, E-Mail-Antworten und Stand-up-Meetings leben von *already*, *just* und *yet*.
Die zweite Gruppe fragt nach Erfahrung, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. *Ever* heißt „jemals“ und erscheint fast nur in Fragen: *Have you ever worked with an international client? Have you ever given a presentation in English?* Wann genau das war, spielt keine Rolle – wichtig ist nur, ob die Erfahrung existiert. *Never* ist die verneinte Antwort darauf: *I've never missed a deadline. We've never had a complaint from this customer.* Achtung: *never* verneint bereits selbst, deshalb steht es ohne zusätzliches *not*. *I haven't never used this software* wäre eine doppelte Verneinung und ist falsch – richtig ist *I've never used this software*. Diese Gruppe ist im Berufsleben besonders wertvoll, weil Vorstellungsgespräche und Kundengespräche genau so funktionieren: *Have you ever led a team? Have you ever worked with SAP?* Die Antwort bleibt dann entweder im Present Perfect (*Yes, I've worked with SAP for two years*) oder wechselt ins Past Simple, sobald ein konkreter Zeitpunkt dazukommt: *Yes, I led a team in my last job.* Merke dir die Arbeitsteilung: *ever* und *never* öffnen das Gespräch über Erfahrung – die Details danach erzählst du in der einfachen Vergangenheit.
Die dritte Gruppe beschreibt Zeiträume, die bis jetzt reichen. *For* steht vor einer Zeitspanne: *for three years, for six months, for a long time.* *Since* steht vor einem Startpunkt: *since 2019, since January, since the last meeting.* Beide werden im Deutschen mit „seit“ übersetzt – das ist die klassische Falle, der unten ein eigener Abschnitt gehört. *So far* bedeutet „bis jetzt“ und fasst einen laufenden Zeitraum zusammen: *So far we've received twenty applications.* Ausdrücke wie *this week*, *this month* und *this year* zählen ebenfalls hierher, solange der Zeitraum noch läuft: *I've had three meetings this week* – die Woche ist noch nicht vorbei, also Present Perfect. Sobald der Zeitraum abgeschlossen ist, kippt der Satz ins Past Simple: *I had three meetings last week.* Genau dieser Minimalkontrast – *this week* gegen *last week* – zeigt das ganze System auf einen Blick. Im Geschäftsenglisch trägt diese Gruppe die Beziehungsarbeit: *We've worked with this supplier since 2019* sagt deinem Gegenüber nicht nur ein Datum, sondern auch, dass die Zusammenarbeit bis heute andauert und vermutlich weitergeht.
Zu jeder Present-Perfect-Liste gehört die Gegenliste, denn die größte Verwechslung entsteht genau an dieser Grenze. *Yesterday*, *ago*, *last week*, *last month*, *in 2019* und *when I was…* bezeichnen abgeschlossene Zeiträume – die Handlung liegt vollständig in der Vergangenheit, und der Satz verlangt das Past Simple. *I sent the invoice yesterday. We met the client two weeks ago. She joined the company in 2019.* Der schnellste Test ist die Kipp-Frage: Nennt der Satz einen beendeten Zeitpunkt? Dann Past Simple. Bleibt die Zeit offen oder reicht sie bis jetzt? Dann Present Perfect. Besonders lehrreich ist das Minimalpaar mit derselben Jahreszahl: *We worked with this supplier in 2019* bedeutet, dass die Zusammenarbeit damals stattfand und vorbei ist. *We've worked with this supplier since 2019* bedeutet, dass sie damals begann und bis heute andauert. Ein einziges Wort – *in* gegen *since* – dreht die gesamte Aussage. Wenn du dir nur einen Kontrast aus dieser Lektion merkst, dann diesen: Die Jahreszahl selbst ist unschuldig; entscheidend ist das kleine Wort davor.
Als deutschsprachige Person bringst du drei Stolperfallen mit, die diese Lektion direkt anspricht. Erstens: Das deutsche Perfekt sieht dem englischen Present Perfect zum Verwechseln ähnlich, funktioniert aber anders. Im gesprochenen Deutsch deckt das Perfekt fast die gesamte Vergangenheit ab – „Ich habe die Rechnung gestern geschickt“ ist völlig korrekt. Überträgst du dieses Muster ins Englische, entsteht *I have sent the invoice yesterday* – und das ist falsch, weil *yesterday* das Past Simple erzwingt. Die Form ist gleich, die Regel nicht: Im Englischen entscheidet das Zeitwort, nicht der Satzbau. Zweitens: Das deutsche „seit“ zerfällt im Englischen in zwei Wörter. Vor einem Startpunkt steht *since* („seit 2019“ → *since 2019*), vor einer Dauer steht *for* („seit drei Jahren“ → *for three years*). Drittens, die Bonus-Falle: Deutsch verwendet mit „seit“ das Präsens – „Ich arbeite hier seit 2020.“ Englisch verlangt hier das Present Perfect: *I've worked here since 2020*, niemals *I work here since 2020*. Wenn du diese drei Übertragungsfehler kennst und aktiv gegensteuerst, verschwindet ein großer Teil deiner Zeitformfehler auf einen Schlag.
Zum Present Perfect gehören already, just, yet, ever, never, for, since, recently, so far und this week – sie lassen die Zeit offen oder verbinden sie mit dem Jetzt. Zum Past Simple gehören yesterday, ago, last week, last month und Jahreszahlen mit in, etwa in 2019 – sie bezeichnen abgeschlossene Zeit. Der schnellste Test: Nennt der Satz einen beendeten Zeitpunkt, nimm das Past Simple; sonst ist das Present Perfect fast immer richtig.
Weil "yesterday" einen abgeschlossenen Zeitpunkt bezeichnet und das Present Perfect nicht mit abgeschlossener Zeit stehen kann. Der Fehler ist unter Deutschsprachigen besonders häufig, weil das deutsche Perfekt genau diesen Satz erlaubt: „Ich habe die Rechnung gestern geschickt“ ist korrekt. Im Englischen entscheidet aber das Zeitwort, und "yesterday" erzwingt das Past Simple. Die Korrektur ist einfach: "I sent the invoice yesterday."
Ja – und genau deshalb ist "for" das trügerischste Signalwort der Liste. "I've worked there for three years" bedeutet, dass du dort noch arbeitest; "I worked there for three years" bedeutet, dass diese Zeit vorbei ist. Das Signalwort allein reicht hier nicht, du musst fragen: Dauert der Zeitraum noch an? Bei "since", "already" oder "yet" ist die Lage eindeutiger – sie stehen praktisch immer mit dem Present Perfect.
Nicht ganz. Im amerikanischen Englisch steht bei "just", "already" und "yet" oft das Past Simple: "I already ate" oder "Did you send it yet?" sind dort alltäglich. Im britischen Englisch bleibt in diesen Fällen das Present Perfect die Norm: "I've already eaten", "Have you sent it yet?" Beide Varianten werden weltweit verstanden. Lehrwerke in Deutschland folgen in der Regel dem britischen Muster – wenn du eine Variante konsequent lernen willst, ist das die sichere Wahl.
Diese Lektion ist die Abkürzung zwischen zwei Zeitformen. Am meisten profitierst du, wenn du vorher die Form des Present Perfect kennst – die Lektion *present-perfect* (B1) erklärt sie ausführlich. Übe parallel das *past-simple* (A2), denn die Signalwörter ergeben erst als Gegensatzpaar richtig Sinn. Danach ist *signal-words-all-tenses* (B1) der natürliche nächste Schritt: Dort lernst du die Signalwörter aller Zeitformen im Überblick.
Weil das gesprochene Deutsch die Grenze gar nicht zieht, die das Englische streng bewacht. Im deutschen Alltag übernimmt das Perfekt fast die gesamte Vergangenheit – ob etwas gestern, vor zehn Jahren oder gerade eben passiert ist, du sagst „ich habe … gemacht“. Das Präteritum lebt vor allem in der Schriftsprache und bei Verben wie „war“ und „hatte“. Englisch trennt dagegen konsequent nach Gegenwartsbezug. Deine Muttersprache gibt dir für genau diese Unterscheidung also kein Gefühl mit – die Signalwörter ersetzen dieses fehlende Gefühl durch eine sichtbare Regel.
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