Wie entschuldigt man sich auf Englisch professionell?
Wähle die Stärke passend zum Fehler – von „Sorry about that“ für Kleinigkeiten über „I do apologise for …“ als Standard im Beruf bis „Please accept my apologies for …“ für formelle Anlässe – und mache die Entschuldigung vollständig: benenne genau, was passiert ist, übernimm die Verantwortung („That was my mistake“) und nenne den nächsten Schritt („To put this right, …“).
- Die Skala: „Sorry about that“ → „I'm sorry about …“ → „I'm so sorry …“ → „I do apologise for …“ → „Please accept my apologies for …“.
- Drei Schritte: benennen, Verantwortung übernehmen, beheben – „I do apologise for the delay — that was my mistake, and you'll have it by nine tomorrow.“
- Nicht-Entschuldigungen vermeiden: „I'm sorry if …“, „I'm sorry you feel that way“, „Mistakes were made“ – im Englischen wirken sie schnell ausweichend.
B1 · Kundenkontakt · 10 Min.Sich auf Englisch professionell entschuldigen – Baustein für Baustein erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst eine vollständige professionelle Entschuldigung im Zusammenhang, lernst mit einem Tutor die Entschuldigungs-Skala und die drei Schritte Benennen, Verantwortung übernehmen, Beheben kennen und übst sie anschließend in fünf interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit sechs Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauB1 · Mittelstufe
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenWortschatz, Hören, Schreiben, Sprechen
- Bausteine10 Bausteine
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Warum „sorry“ im Beruf eine Größe hat
Im Deutschen hast du für fast alles ein Wort: „Entschuldigung“. Du sagst es, bevor du jemanden unterbrichst, wenn du dich an jemandem vorbeidrängst, und nachdem etwas schiefgegangen ist. Im Englischen ist das anders aufgeteilt. Vor der Störung sagst du „Excuse me“ – um Aufmerksamkeit zu bekommen, jemanden zu unterbrechen oder an ihm vorbeizukommen. Nachdem etwas passiert ist, ist „Sorry“ die normale Wahl. Und dieses „sorry“ gibt es in verschiedenen Stärken. Ein Tippfehler in einer internen Nachricht bekommt ein „Sorry about that“; eine Rechnung, die zwei Wochen zu spät an einen Kunden ging, braucht ein „I do apologise for the delay“ – plus einen Satz dazu, was jetzt passiert. Wer im Beruf immer dieselbe Formel verwendet, liegt also zwangsläufig oft daneben: entweder zu leicht für einen echten Fehler oder unnötig schwer für eine Kleinigkeit. Der erste Schritt einer professionellen Entschuldigung ist deshalb keine Phrase, sondern eine Einschätzung: Wie groß war der Fehler, wer ist betroffen, und spreche oder schreibe ich? Erst dann wählst du die passende Stufe. Diese Lektion gibt dir die Skala, die Formeln für E-Mails und die drei Schritte, die aus einer Floskel eine Entschuldigung machen, die der Kunde annimmt.
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Die Skala: von „Sorry about that“ bis „Please accept my apologies“
Gesprochen reicht die Skala von ganz leicht bis sehr formell. Ganz unten steht „Sorry about that.“ – für den kleinen Ausrutscher unter Kollegen: die falsche Datei geteilt, jemanden angerempelt, einen Namen falsch ausgesprochen. Eine Stufe höher benennt „I'm sorry about the delay.“ bereits das Problem. „I'm so sorry“ oder „I'm really sorry“ verstärken das Gefühl, bleiben aber eher persönlich und informell. Die Standardstufe im Beruf ist „I do apologise for …“: Das betonte „do“ ist keine Frage- oder Verneinungsform, sondern ein emphatisches Hilfsverb – es macht die Entschuldigung ausdrücklich, ähnlich wie ein deutsches „Ich entschuldige mich wirklich“. Genau diese Form hörst du von Muttersprachlern am Telefon mit Kunden: „I do apologise for the double booking — the room is yours from two.“ Ganz oben steht „Please accept my apologies for …“ (oder „our apologies“, wenn du für das Unternehmen sprichst): die formellste Stufe, gesprochen möglich, schriftlich zu Hause. Ein Tipp zum Wählen: Stell dir vor, der Kunde liest deine Entschuldigung einer Kollegin laut vor. Klingt sie bei einem echten Problem nach „Sorry about that“, wirkt sie gleichgültig. Klingt sie bei einer Kleinigkeit nach „Please accept my sincere apologies“, wirkt sie ironisch oder nervös.
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Die schriftliche Entschuldigung: die E-Mail
In einer E-Mail rückt alles eine Stufe nach oben, weil der Ton der Stimme fehlt und der Text bleibt. Der klassische Einstieg ist „I'm writing to apologise for …“ – er sagt im ersten Satz, worum es geht. Im Namen des Unternehmens schreibst du „We apologise for …“; die förmlichste Variante lautet „Please accept our sincere apologies for …“. Willst du zeigen, dass du den Fehler ernst nimmst, funktioniert ein kurzer, eigenständiger Satz: „This should not have happened.“ Dann kommt die Formel, die du aus hundert Service-Mails kennst: „We apologise for any inconvenience caused.“ Sie ist korrekt und als Abschluss völlig in Ordnung – aber allein ist sie schwach, weil sie nichts benennt und nichts verspricht. Deshalb steht sie am besten neben einem konkreten nächsten Schritt: „We apologise for any inconvenience caused. The correct item will be with you tomorrow, and we've arranged collection of the wrong one.“ Eine gute Entschuldigungs-E-Mail ist kurz: eine Betreffzeile mit der Sache („Apology: invoice 4471“), ein Satz Entschuldigung, ein Satz, der den Fehler genau benennt, die Lösung mit Zeitangabe, gegebenenfalls ein Satz zur Vorbeugung und ein warmer Schluss. Was sie nicht braucht: drei Absätze darüber, warum der Fehler eigentlich nicht deine Schuld war. Je länger die Erklärung, desto mehr klingt sie nach Ausrede.
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Benennen, Verantwortung übernehmen, beheben – und die Nicht-Entschuldigungen
Die Phrase allein ist noch keine Entschuldigung. Was eine Entschuldigung im Englischen glaubwürdig macht, sind drei Schritte. Erstens benennen: Sag konkret, was passiert ist. „I do apologise for sending your invoice to the wrong address“ ist stärker als ein allgemeines „I apologise for the problem“, weil der Kunde hört, dass du verstanden hast, was schiefging. Zweitens Verantwortung übernehmen: „That was my mistake.“ „This was our error.“ „I should have checked the address before sending it.“ Diese Sätze gehören dorthin, wo der Fehler wirklich bei dir oder deinem Unternehmen lag. War er es nicht, kannst du dich trotzdem für die Unannehmlichkeit entschuldigen, ohne eine Schuld zu bekennen – so, wie es die Lektion handling-complaints (B1) zeigt. Drittens beheben: „I've already asked the recipient to delete the email.“ „To put this right, we'll resend the correct item today.“ „I'll make sure it doesn't happen again.“ Die Gegenseite sind die sogenannten Nicht-Entschuldigungen, die im Englischen schnell als ausweichend gelesen werden. „I'm sorry if this caused any problems“ – das „if“ stellt infrage, ob überhaupt etwas passiert ist. „I'm sorry you feel that way“ entschuldigt sich für die Gefühle des anderen, nicht für den Fehler. Das Passiv „Mistakes were made“ lässt offen, wer sie gemacht hat. Und eine lange Erklärung, warum die Spedition, das System oder der Kollege schuld war, verschiebt die Verantwortung, statt sie zu übernehmen. Solche Formulierungen sind nicht verboten, und du wirst sie hören – aber sie wirken schnell ausweichend, und die Entschuldigung verliert an Glaubwürdigkeit.
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Die deutschen Fallen: Entschuldigung, es tut mir leid, apology vs apologise
Vier Stellen, an denen Deutsch und Englisch auseinanderlaufen. Erstens das Wort „Entschuldigung“ selbst: Es deckt im Deutschen sowohl „Excuse me“ (vorher: um Aufmerksamkeit bitten, unterbrechen, vorbeigehen) als auch „Sorry“ (nachher: etwas ist schiefgegangen) ab. Wer im Englischen vor dem Unterbrechen „Sorry“ sagt, wird verstanden – aber „Excuse me“ ist die erwartete Form; nach dem Fehler ist umgekehrt „Sorry“ die normale Wahl. Zweitens „Es tut mir leid“: Im Deutschen ist das Entschuldigung und Mitgefühl zugleich. Im Englischen ist „I'm sorry to hear that“ reines Mitgefühl – du sagst es, wenn jemand krank ist oder einen Auftrag verloren hat, nicht für einen eigenen Fehler. In einer Beschwerde-Antwort solltest du beides nicht vermischen: „I'm sorry to hear that the delivery arrived damaged — and I do apologise for the delay in replying.“ Drittens die Wortart: „apologise“ ist das Verb, „apology“ und „apologies“ sind Substantive. Also „I apologise“ (nicht „I apology“), „my apologies“ (feste Wendung im Plural), „Please accept my apologies“. Das Standardmuster danach ist „apologise for“ plus Substantiv oder -ing-Form: „apologise for the delay“, „apologise for sending …“. Viertens „Sorry for the inconvenience“ als Einzeiler: Im Deutschen klingt „Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten“ korrekt und ausreichend; im englischen Geschäftsbrief wirkt das bloße „Sorry“ eher beiläufig und die Formel ohne Lösung hohl. Besser: „I do apologise for …“ plus der konkrete nächste Schritt.
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Entschuldigung im Beruf: Register, Rechtschreibung und der größere Rahmen
Ein Wort zur Rechtschreibung, bevor du dich wunderst: Diese Lektion schreibt britisch „apologise“ und „apologies“. Das amerikanische „apologize“ ist genauso richtig – wähle eine Variante und bleib innerhalb eines Textes dabei. Zum Register: Intern, unter Kollegen, ist „Sorry about that“ oder „My mistake — fixing it now“ völlig angemessen; Chat und kurze Nachrichten verlangen keine Förmlichkeit. Sobald ein Kunde, eine Vorgesetzte oder ein externer Partner betroffen ist, rückst du auf „I do apologise for …“, und sobald es schriftlich und offiziell wird, auf „Please accept our apologies for …“. Typische Anlässe im Büroalltag: die verspätete Rechnung („I do apologise for the late invoice — it went out this morning“), der doppelt gebuchte Besprechungsraum („I do apologise for the double booking — I've moved us to Room 4“), der falsch geschriebene Name („My apologies for misspelling your name in the proposal — the corrected version is attached“), der späte Einstieg in die Videokonferenz („Sorry I'm late — the previous call overran“). Wenn die Entschuldigung Teil einer Beschwerde-Antwort ist, steht sie als zweiter Schritt im größeren Ablauf aus Anerkennen, Entschuldigen, Handeln und Nachfassen, den die Lektion handling-complaints (B1) trainiert. Hier ging es um den Schritt selbst: die richtige Stärke, der genaue Wortlaut – und die Lösung, die dahinterstehen muss.