Was sind Business-Redewendungen im Englischen?
Business-Redewendungen sind feste Wortblöcke aus dem Berufsalltag, deren Bedeutung sich nicht aus den Einzelwörtern ergibt – zum Beispiel „touch base“ (kurz Kontakt aufnehmen), „a ballpark figure“ (eine grobe Schätzung) oder „on the back burner“ (auf später verschoben). Du lernst sie als ganzen Block, mit Artikel und Präposition.
- Ein Idiom ist ein fester Block: feste Wörter, fester Artikel, feste Präposition.
- Wort-für-Wort-Übersetzung führt in beide Richtungen in die Irre – vom Deutschen ins Englische und zurück.
- Sie gehören ins Gespräch und in interne Mails; in Verträgen und formellen Berichten wählst du die schlichte Formulierung.
B1 · Idiome & Kollokationen · 10 Min.Business-Redewendungen – Baustein für Baustein erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst die Wendungen im Zusammenhang, lernst von einem Tutor, warum ein Idiom ein einziger fester Block ist, und übst anschließend elf Wendungen aus dem Berufsalltag interaktiv, bevor ein Abschlusstest folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauB1 · Mittelstufe
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenWortschatz, Hören, Schreiben, Sprechen
- Bausteine10 Bausteine
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Was ein Idiom im Büro wirklich ist
Auf B1-Niveau ist deine Grammatik meist schon in Ordnung. Du bildest Zeiten, du stellst Fragen, du verbindest Nebensätze. Und dann sagt jemand im Meeting „let's touch base on Monday“, und du hörst nur Wörter, die du alle kennst, in einer Reihenfolge, die keinen Sinn ergibt. Das ist kein Grammatikproblem, sondern ein Wortschatzproblem einer besonderen Art. Ein Idiom ist ein fester Block aus mehreren Wörtern, dessen Bedeutung sich nicht aus den Einzelteilen zusammenrechnen lässt. „Touch“ heißt berühren, „base“ heißt Basis – „touch base“ heißt aber schlicht: kurz Kontakt aufnehmen. Die Rechnung geht nicht auf, und sie soll auch gar nicht aufgehen. Genau deshalb behandelst du solche Wendungen wie eine einzige Vokabel. Du speicherst nicht vier Wörter, sondern einen Block plus die Situation, in der er fällt. So funktioniert übrigens auch dein Deutsch: „unter vier Augen“ hast du nie aus den Einzelteilen erschlossen, sondern als Ganzes gelernt. Der einzige Unterschied ist, dass du im Englischen jetzt bewusst tun musst, was im Deutschen längst automatisch läuft. Die gute Nachricht: Der Bestand an Wendungen, die im Berufsalltag wirklich ständig vorkommen, ist überschaubar. Elf davon lernst du in dieser Lektion.
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Meetings und Kontakt: touch base, get the ball rolling, on the same page
Die erste Gruppe begegnet dir dort, wo Menschen sich abstimmen. „Touch base“ heißt: kurz Kontakt aufnehmen, sich einmal knapp austauschen, ohne dass daraus ein großes Gespräch wird. „Let's touch base on Monday“ ist eine freundliche Verabredung zu einem kurzen Update, kein Termin über eine Stunde. Achte auf die Form: kein Artikel, kein Plural. „Get the ball rolling“ heißt: etwas in Gang bringen, den ersten Schritt tun, damit ein Projekt anläuft. Typisch ist der Satz „let's get the ball rolling with a kickoff call“ – erst dieser eine Anruf, dann läuft der Rest. Und „on the same page“ beschreibt Menschen, die dasselbe Verständnis haben: „I want to make sure we are all on the same page before the client call.“ Hier steckt oft eine höfliche Warnung darin – wer das sagt, vermutet, dass gerade eben noch nicht alle dasselbe meinten. In deutschen Firmen hörst du diese drei Wendungen in englischsprachigen Calls ständig, oft mitten in einem sonst deutschen Gespräch. Wenn du sie sicher erkennst, verstehst du nicht nur den Satz, sondern auch die Absicht dahinter: kurz abstimmen, starten, Einigkeit prüfen.
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Geld, Pläne und Fortschritt: die vier Wendungen, die in jeder Statusrunde fallen
Die zweite Gruppe dreht sich um Zahlen, Zeitpläne und Leistung. „A ballpark figure“ ist eine grobe Schätzung – ausdrücklich keine verbindliche Zahl. Wer fragt „can you give me a ballpark figure?“, will eine Größenordnung, damit er weiterplanen kann, und erwartet keine Nachkommastellen. Das ist im Berufsalltag ein sehr nützlicher Satz, weil er dir erlaubt, eine Auskunft zu geben, ohne dich festzulegen. „In the pipeline“ heißt: in Vorbereitung, auf dem Weg. „Two more supplier quotes are in the pipeline“ sagt, dass die Angebote existieren und kommen, aber noch nicht da sind. „The bottom line“ ist der entscheidende Punkt oder das Endergebnis – der Satz „the bottom line is that we need the signature by Friday“ bündelt eine lange Diskussion in einer Aussage. Und „go the extra mile“ beschreibt jemanden, der mehr tut, als seine Aufgabe verlangt: „the supplier really went the extra mile on this order.“ Das ist ein Lob, kein neutrales Beschreiben. Diese vier Wendungen tragen einen großen Teil jeder Statusrunde, weil sie genau die drei Dinge abdecken, um die es dort geht: Wie viel, wann und wie gut.
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Probleme und Druck: up in the air, back to the drawing board, cut corners, on the back burner
Die dritte Gruppe brauchst du, wenn etwas nicht nach Plan läuft. „Up in the air“ heißt: noch nicht entschieden, offen. „The launch date is still up in the air“ sagt, dass niemand sich festgelegt hat; es sagt ausdrücklich nicht, dass die Sache abgesagt oder verschoben wäre. „Back to the drawing board“ heißt: noch einmal von vorn anfangen, nachdem ein Versuch gescheitert ist. Der Satz „the client rejected the concept, so it's back to the drawing board“ enthält beides – das Scheitern und den Neustart. „Cut corners“ beschreibt, dass jemand ordentliche Arbeitsschritte weggelassen hat, um Zeit oder Geld zu sparen. Diese Wendung trägt immer einen Vorwurf; sie ist nie ein Lob für effizientes Arbeiten. Sag also nicht im Bewerbungsgespräch, du würdest gern Ecken abschneiden. Und „on the back burner“ heißt: bewusst nach hinten geschoben, im Moment ohne Priorität. Wichtig ist der Unterschied zu „up in the air“: Was auf dem hinteren Brenner steht, ist entschieden – nämlich entschieden unwichtig für jetzt. Was in der Luft hängt, ist überhaupt noch nicht entschieden.
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Die zwei Formfallen: Wort-für-Wort und der eingefrorene Block
Zwei Fehler kosten deutschsprachige Lernende hier die meiste Verständlichkeit. Der erste ist die wörtliche Übertragung. Deutsche Redewendungen lassen sich fast nie ins Englische hinüberretten: „Ich verstehe nur Bahnhof“ wird nicht zu „I only understand train station“, und „Das ist nicht mein Bier“ wird nicht zu „That is not my beer“. Beide Sätze sind grammatisch tadellos und für Muttersprachler völlig sinnlos. Genauso versagt die Gegenrichtung: Wer „cut corners“ Wort für Wort entschlüsselt, landet bei Ecken und Schneiden und verpasst den Vorwurf, der eigentlich gemeint ist. Der zweite Fehler betrifft die Form selbst. Die Wörter im Block liegen fest: Es heißt „touch base“ und nicht „touch the base“, „get the ball rolling“ und nicht „get the ball roll“, „a ballpark figure“ und nicht „a ball park number“, „on the back burner“ und nicht „on the back oven“. Ein einziges falsches Wort macht die Wendung unkenntlich – und das ist schlimmer als schlichtes Englisch, denn dein Gegenüber weiß dann nicht einmal mehr, welche Wendung du meintest. In der Regel sind diese Blöcke also unveränderlich; kleine Spielräume gibt es (im britischen Englisch hörst du neben „get“ auch „set the ball rolling“), aber sie sind die Ausnahme, nicht die Regel.
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Register: wann sie passen, wann die schlichte Formulierung gewinnt
Diese Wendungen gehören ins gesprochene und halbformelle Business-Englisch: Meetings, Telefonate, interne Mails, kurze Updates an das eigene Team. Dort klingen sie natürlich, und wer sie versteht, wirkt zugehörig. In einem Vertrag, einem formellen Bericht, einer Ausschreibung oder einer Mail an ein internationales Publikum, das das Bild dahinter womöglich nicht kennt, ist die schlichte Formulierung dagegen die professionelle Wahl: „a rough estimate“ statt „a ballpark figure“, „postponed until the next quarter“ statt „on the back burner“, „not yet decided“ statt „up in the air“. Das ist keine Verbotsliste. Es ist eine Wahl, und du triffst sie nach Leserschaft und Textsorte, nicht nach Geschmack. Praktisch lernst du die Blöcke am besten so: Notiere jede Wendung zusammen mit einem echten Satz aus deinem eigenen Arbeitsalltag – deinem Projekt, deinem Lieferanten, deinem Termin. Ein Block ohne Situation bleibt eine Vokabel; ein Block mit Situation wird abrufbar. Wenn du danach gezielt an der Frage weiterarbeiten willst, wann Englisch formell und wann locker klingt, ist formal-informal-register (B1) der passende nächste Schritt.