Wie verhandle ich mein Gehalt auf Englisch, ohne fordernd zu klingen?
Nenne auf die Frage nach deiner Gehaltsvorstellung eine Spanne: „My salary expectations are in the range of €65,000 to €70,000.“ Begründe sie mit Fakten: „That's based on my experience and the market rate for this role.“ Liegt das Angebot darunter, bedanke dich und nenne deine Zahl: „I was hoping for something closer to €70,000. Is there any flexibility?“ Die Gehaltsvorstellung heißt „salary expectations“, nicht „salary imagination“.
- Die drei Schritte: eine Spanne nennen, sie begründen, auf das Angebot reagieren.
- „My salary expectations are …“ statt „My salary imagination is …“.
- „I was hoping for something closer to …“ nennt deine Zahl klar; die Vergangenheitsform macht die Bitte weicher.
B2 · Verhandeln · 10 Min.Gehaltsverhandlung auf Englisch – Schritt für Schritt erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B2-Niveau. Du hörst die Antwort auf die Frage nach der Gehaltsvorstellung im Zusammenhang, lernst mit einem Tutor die drei Schritte kennen – eine Spanne nennen, sie begründen, auf das Angebot reagieren – und übst sie anschließend in interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauB2 · Obere Mittelstufe
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenSprechen, Wortschatz, Hören, Business-Englisch
- Bausteine10 Bausteine
01 / 06
Worum es im Gehaltsgespräch geht
Früher oder später kommt im Bewerbungsprozess die Frage, vor der sich viele fürchten: „What are your salary expectations?“ Auf Englisch ist sie doppelt schwierig. Du musst über Geld sprechen, ohne gierig zu wirken, und du musst die passenden Wendungen in einer Fremdsprache parat haben, während dein Gegenüber auf eine Zahl wartet. Die gute Nachricht: Mit einem einfachen Muster und einer Handvoll Sätze kannst du dich gut auf das Gespräch vorbereiten. Diese Lektion zerlegt es in drei Schritte. Schritt eins nennt eine Spanne, wenn man dich nach deiner Gehaltsvorstellung fragt. Schritt zwei begründet diese Spanne mit Fakten, die der Arbeitgeber nachvollziehen kann – deine Erfahrung, deine Fähigkeiten, das übliche Gehalt für ähnliche Stellen. Schritt drei reagiert auf das Angebot, das dann kommt: Du nimmst es an, du bittest um mehr, du fragst nach anderen Teilen des Pakets oder du bittest um Bedenkzeit. In ihrer kürzesten Form klingen die Schritte eins und zwei so: „My salary expectations are in the range of €65,000 to €70,000, based on my experience and the market rate for this role.“ Und wenn das Angebot darunter liegt, antwortest du mit Schritt drei: „Thank you for the offer. I was hoping for something closer to €70,000. Is there any flexibility on the base salary?“ Das ist klar, aber nicht fordernd. Genau diesen Ton übst du hier.
02 / 06
Schritt 1: eine Spanne nennen
Auf die Frage „What are your salary expectations?“ antwortest du am besten mit einer Spanne statt mit einer einzigen Zahl. Die üblichen Wendungen sind „My salary expectations are in the range of €65,000 to €70,000“, „I'd be looking for something between €65,000 and €70,000“ und, etwas lockerer, „somewhere in the region of €65,000 to €70,000“. Eine Spanne gibt beiden Seiten Raum zum Verhandeln und klingt weniger wie ein Ultimatum. Wähle das untere Ende aber sorgfältig. Ein Arbeitgeber wird sich oft daran orientieren, deshalb sollte es eine Zahl sein, mit der du auch wirklich zufrieden wärst. Eine Spanne, deren unteres Ende du gar nicht akzeptieren willst, kann später gegen dich arbeiten. Gib außerdem genau an, worauf sich der Betrag bezieht. Sag dazu, ob du einen Jahres- oder einen Monatsbetrag meinst und ob es um brutto geht: „€65,000 gross a year“ oder „€65,000 a year before tax“. In vielen Gesprächen auf Englisch wird das Gehalt als Jahresbetrag genannt; wenn du an Monatsbeträge gewöhnt bist, rechne vorher um, damit du im Gespräch nicht ins Stocken gerätst. Und wenn du noch keine Zahl nennen möchtest, kannst du die Frage höflich zurückgeben: „Could you tell me the budget for this role first?“ Das ist kein Ausweichen, sondern eine übliche Frage – nur solltest du trotzdem eine Spanne vorbereitet haben.
03 / 06
Schritt 2: die Zahl begründen
Eine Zahl überzeugt mehr, wenn sie eine Begründung hat. Die Begründung soll zeigen, dass deine Spanne nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern auf Fakten beruht, die der Arbeitgeber prüfen kann. Die Wendungen dafür sind „That's based on …“, „Given my experience in …“ und „Looking at the market rate for similar roles, …“. Zum Beispiel: „That's based on my five years in project management and the market rate for similar roles in Hamburg.“ Oder: „Given my experience in leading international teams, I think that's a fair range.“ „The market rate“ ist das, was ähnliche Stellen üblicherweise zahlen. Wenn du sagen kannst, woher du das weißt – aus Stellenanzeigen, Gehaltsumfragen oder Gesprächen in deiner Branche –, wirkt deine Zahl noch solider. Konzentriere dich bei der Begründung auf deinen Beitrag zum Unternehmen und auf das marktübliche Gehalt. Private Gründe wie „I need more because my rent is high“ machen die Zahl zu einer Frage deiner Ausgaben statt zu einer Frage des Werts deiner Arbeit, und das ist für den Arbeitgeber kein Argument. Halte die Begründung auch kurz. Ein oder zwei Fakten reichen. Eine lange Rechtfertigung kann unsicher klingen, als müsstest du dich für die Zahl entschuldigen. Sag die Zahl, sag den Grund, und lass dann eine kleine Pause.
04 / 06
Schritt 3: auf das Angebot reagieren
Wenn das Angebot kommt, beginnst du mit Dank und Interesse, auch wenn die Zahl niedriger ist als erhofft: „Thank you for the offer. I'm very interested in the role.“ Dann nennst du die Zahl, auf die du gehofft hattest: „I was hoping for something closer to €70,000.“ Diese Wendung ist klar, aber nicht fordernd. Danach öffnest du die Tür mit einer Frage: „Is there any flexibility on the base salary?“ Damit lädst du die andere Seite ein, sich zu bewegen, ohne sie unter Druck zu setzen. Manchmal ist das Grundgehalt wirklich fest. Dann lohnt sich ein Blick auf das restliche Paket: ein Bonus, mehr Urlaubstage, ein Weiterbildungsbudget, Homeoffice-Tage. Frag zum Beispiel: „If the base salary is fixed, could we look at other parts of the package?“ Oder bitte um eine spätere Überprüfung: „Would you be open to reviewing the salary after six months?“ Achte dabei auf die Form: Nach „open to“ steht die -ing-Form, weil „to“ hier eine Präposition ist. Wenn du Zeit zum Nachdenken brauchst, sag es: „Could I have a day or two to think it over?“ Und wenn das Angebot passt, nimmst du es klar an: „I'm happy to accept the offer.“ Was auch immer du antwortest – halte die wichtigsten Punkte danach in einer kurzen E-Mail fest, damit beide Seiten dasselbe verstanden haben.
05 / 06
Die deutschen Fallen: Vorstellung, bekommen, brutto, ich will
Vier Stellen, an denen das Deutsche in die Quere kommt. Erstens die „Gehaltsvorstellung“: Das Wort „Vorstellung“ hat im Englischen je nach Zusammenhang viele Entsprechungen – etwa „imagination“, „idea“, „presentation“ oder „introduction“. „My salary imagination is …“ ist nicht idiomatisch. Die feste Wendung ist „salary expectations“, meist im Plural: „My salary expectations are in the range of …“. Übrigens ist auch das Vorstellungsgespräch kein „imagination talk“, sondern „a job interview“. Zweitens „bekommen“: Das englische „become“ heißt „werden“, nicht „bekommen“. „I would like to become a higher salary“ hieße also, dass du selbst zu einem höheren Gehalt werden möchtest. Sag „get a higher salary“ oder „earn more“. Und die Gehaltserhöhung heißt im britischen Englisch „a pay rise“, im amerikanischen „a raise“. Drittens „brutto“ und „netto“: Diese Wörter sind im heutigen englischen Gehaltsgespräch nicht üblich. „Brutto“ heißt „gross“, „netto“ heißt „net“, und was nach Steuern und Abzügen auf deinem Konto landet, nennt man oft „take-home pay“. Sag also „€65,000 gross a year“ oder „€65,000 a year before tax“. Viertens, eine kleinere Falle: Das deutsche „Ich will …“ klingt im Gehaltsgespräch auf Englisch schnell zu direkt. „I want €70,000“ wirkt wie eine Forderung. „I was hoping for something closer to €70,000“ sagt dasselbe, aber im Ton einer Bitte.
06 / 06
Der richtige Ton: weich in der Form, klar in der Zahl
Im Gehaltsgespräch auf Englisch helfen ein paar sprachliche Mittel, freundlich zu bleiben, ohne unklar zu werden. Das Wichtigste ist die Vergangenheitsform für etwas, das eigentlich jetzt gilt. „I was hoping for something closer to €70,000“ blickt auf deine Erwartung vor dem Angebot zurück, ist aber zugleich eine Bitte für jetzt. Die Vergangenheitsform schafft etwas Abstand und macht die Bitte dadurch weicher. Dasselbe gilt für „I was wondering if there's any flexibility on the salary.“ Ähnlich wirken „would“ und „could“: „Would you be open to …?“, „Could we look at …?“. Wichtig ist, dass der weiche Ton nicht die Zahl verwischt. Sag „€70,000“, nicht „a bit more“ – eine vage Bitte lädt nur zu einem vagen Angebot ein. Nach deiner Zahl darfst du schweigen. Viele Menschen füllen die Pause sofort mit Erklärungen oder sogar mit einem Rückzieher; lass stattdessen die andere Seite antworten. Und bleib im Ton positiv. Sätze wie „I'm really excited about this role“ zeigen, dass es dir nicht nur ums Geld geht, und machen es dem Arbeitgeber leichter, sich zu bewegen. Zum Schluss: Bereite deine Sätze vor dem Gespräch laut vor. Wer „My salary expectations are in the range of …“ schon ein paarmal gesagt hat, sagt es im Gespräch ruhiger.