Wie mache ich in einer Verhandlung auf Englisch einen Vorschlag?
Lege den Vorschlag in einem Satz auf den Tisch: „We'd like to propose a two-year contract.“ Knüpfe dein Angebot an eine Bedingung: „We could lower the price by 4%, provided that you order 5,000 units a year.“ Nenne kurz den Nutzen für die andere Seite und lade sie mit einer Frage zur Antwort ein: „How does that sound?“ Danach hörst du zu.
- Die drei Schritte: Vorschlag auf den Tisch legen, an eine Bedingung knüpfen, zur Antwort einladen.
- „We propose that you pay …“ statt „We propose you to pay …“ – dasselbe gilt für „suggest“.
- „Would“ und „could“ lassen ein Angebot offen und verhandelbar klingen: „We could …“, „We'd be prepared to …“.
B2 · Verhandeln · 10 Min.Vorschläge in Verhandlungen auf Englisch – Schritt für Schritt erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B2-Niveau. Du hörst einen Vorschlag im Zusammenhang, lernst mit einem Tutor die drei Schritte kennen – den Vorschlag auf den Tisch legen, ihn an eine Bedingung knüpfen, zur Antwort einladen – und übst sie anschließend in interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauB2 · Obere Mittelstufe
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenSprechen, Wortschatz, Hören, Business-Englisch
- Bausteine10 Bausteine
01 / 06
Was ein Vorschlag in der Verhandlung leisten muss
Irgendwann in jeder Verhandlung muss jemand den ersten konkreten Vorschlag machen. Bis dahin haben beide Seiten ihre Wünsche genannt und Fragen gestellt; jetzt liegt zum ersten Mal etwas auf dem Tisch, über das man sprechen kann. Ein guter Vorschlag ist deshalb klar genug, dass die andere Seite genau weiß, worum es geht, und offen genug, dass sie darauf eingehen kann, ohne das Gesicht zu verlieren. Dafür braucht er drei Schritte. Schritt eins legt den Vorschlag auf den Tisch: ein Satz, der sagt, was du vorschlägst. Schritt zwei knüpft dein Angebot an eine Bedingung, denn in einer Verhandlung gibst du selten etwas, ohne etwas zurückzubekommen. Schritt drei nennt kurz den Nutzen für die andere Seite und lädt sie mit einer Frage zur Antwort ein. In der kürzesten Form passen alle drei Schritte in wenige Sekunden: „We'd like to propose a two-year contract: we could lower the price by 4%, provided that you order 5,000 units a year. How does that sound?“ Vorschlag, Bedingung, Frage – die andere Seite weiß, was angeboten wird, was es kostet und dass sie jetzt am Zug ist.
02 / 06
Schritt 1: den Vorschlag auf den Tisch legen
Der erste Satz sagt, was du vorschlägst – nicht warum, nicht wie lange du darüber nachgedacht hast. Die üblichen Einstiege sind „We'd like to propose …“, „Our proposal is that …“ und das etwas lockerere „What we're suggesting is …“. „We'd“ ist die Kurzform von „we would“, und genau dieses „would“ macht den Satz höflich und offen: Du stellst etwas zur Diskussion, du verkündest kein Ergebnis. Nach „propose“ sind drei Muster besonders nützlich. Ein Nomen: „We'd like to propose a two-year contract.“ Ein that-Satz: „We propose that we fix the price for the full two years.“ Oder eine -ing-Form: „We propose fixing the price for two years.“ „Propose“ plus to-Infinitiv gibt es auch, etwa „We propose to fix the price“; das klingt förmlich und bedeutet eher „wir haben vor“. Was „propose“ normalerweise nicht nimmt, ist ein Objekt mit to-Infinitiv – „We propose you to fix the price“ ist nicht idiomatisch. Halte den ersten Satz kurz. Ein Vorschlag, der hinter drei Sätzen Vorrede versteckt ist, klingt unsicher, und die andere Seite muss erst suchen, worüber sie eigentlich entscheiden soll.
03 / 06
Schritt 2: das Angebot an eine Bedingung knüpfen
In einer Verhandlung ist ein Angebot ohne Gegenleistung meistens ein Geschenk. Deshalb knüpfst du das, was du gibst, an das, was du dafür bekommst. Drei Wendungen leisten das besonders klar: „provided that …“, „as long as …“ und das förmlichere „on condition that …“. „We could lower the price by 4%, provided that you order 5,000 units a year.“ „We can deliver by May, as long as you confirm the order this week.“ Das „that“ nach „provided“ kannst du auch weglassen: „provided you order 5,000 units“. Für das Angebot selbst eignen sich „We could …“, „We'd be prepared to …“ und „We'd be happy to …“: Sie stellen es als Möglichkeit dar, nicht als festes Versprechen. Auch „if“ funktioniert, und hier hast du die Wahl. „If you order 5,000 units, we can lower the price“ klingt wie ein festes Angebot. „We'd be prepared to extend the warranty if you paid half in advance“ klingt vorsichtiger: Die Vergangenheitsform „paid“ bezieht sich nicht auf die Vergangenheit, sondern auf eine gedachte Zukunft. Beides ist richtig; die vorsichtigere Form passt gut zu einem ersten Vorschlag, die festere zu einem Angebot, das du wirklich so meinst.
04 / 06
Schritt 3: den Nutzen nennen und zur Antwort einladen
Bevor du der anderen Seite das Wort gibst, sag in einem Satz, was der Vorschlag ihr bringt. Ihr Nutzen ist oft nicht deiner, und du solltest ihn nicht erraten lassen: „That would give you a fixed price for two years.“ „That way, you would have the stock before the busy season.“ „Would“ hält auch diesen Satz offen – du beschreibst, was geschehen würde, wenn die andere Seite zustimmt. Dann folgt eine Frage, die wirklich eine Antwort erwartet: „How does that sound?“, „Would that work for you?“ oder „What do you think?“. Und dann hörst du auf zu sprechen. Für viele Verhandelnde ist das der schwierigste Teil, denn eine Pause fühlt sich schnell unangenehm an. Wenn du sie aber mit weiteren Gründen oder kleinen Zugeständnissen füllst, kann es so klingen, als würdest du selbst nicht an deinen Vorschlag glauben – und du gibst womöglich mehr her, als nötig wäre. Wenn die andere Seite zögert, frag nach, statt sofort nachzubessern: „Which part doesn't work for you?“ So erfährst du, wo das eigentliche Problem liegt.
05 / 06
Die deutschen Fallen: propose, offer, Angebot, eventuell
Vier Stellen, an denen das Deutsche in die Quere kommt. Erstens „propose“ und „suggest“: „Wir schlagen Ihnen vor, die Hälfte im Voraus zu zahlen“ verführt zu „We propose you to pay half in advance“. Im Englischen folgt auf „propose“ und „suggest“ normalerweise kein Objekt mit to-Infinitiv; nimm einen that-Satz – „We propose that you pay half in advance“ – oder die -ing-Form: „We suggest paying half in advance.“ Zweitens „offer“: Aus „Wir bieten Ihnen an, die Ware kostenlos zu liefern“ wird leicht „We offer you to deliver the goods free of charge“. Richtig ist „We offer to deliver the goods free of charge“ oder „We can offer you free delivery“ – in diesen Beispielen folgt auf „offer“ ein to-Infinitiv ohne Person oder eine Person plus Nomen. Auch ein Nomen allein ist möglich: „We can offer free delivery.“ Drittens „Angebot“: Ein schriftliches Preisangebot ist meist „a quote“ oder „a quotation“; „offer“ passt eher zu dem, was du im Gespräch anbietest. Viertens der falsche Freund „eventuell“: „Wir könnten eventuell den Preis senken“ heißt „We could possibly lower the price“ oder „We might be able to lower the price“. Das englische „eventually“ bedeutet „schließlich“ oder „am Ende“.
06 / 06
Offen, aber nicht unsicher: der richtige Ton
„Would“ und „could“ lassen einen Vorschlag offen klingen, aber zu viel Vorsicht kann ihn schwächen. „I was just wondering if maybe we could possibly think about a slightly longer contract“ kann durch die vielen Abschwächungen zögerlich wirken und den Eindruck erwecken, dass du deinem Vorschlag selbst wenig zutraust. Eine abschwächende Wendung pro Satz reicht meistens: „We'd like to propose a two-year contract.“ Bei Zahlen, Terminen und Bedingungen bist du dagegen genau: „4%“, „5,000 units a year“, „by the end of May“. Eine vage Bedingung wie „if you order a bit more“ lädt nur zu Missverständnissen ein. Achte auch auf die Reihenfolge. Viele Verhandelnde nennen zuerst die Bedingung und dann das Angebot – „If you order 5,000 units, we could lower the price“ –, weil so klar ist, dass das Angebot nicht umsonst ist. Andere beginnen mit dem Angebot, damit es zuerst gehört wird. Beides funktioniert; wichtig ist, dass Angebot und Bedingung im selben Atemzug kommen. Und wenn die andere Seite einen Gegenvorschlag macht, ist das kein Scheitern, sondern der normale nächste Schritt: Jetzt verhandelt ihr über etwas Konkretes.