B1 · Idiome & Kollokationen · 10 Min.Phrasal Verbs im Büro – Baustein für Baustein erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst zwei Phrasal Verbs im Zusammenhang, lernst von einem Tutor, warum ein Pronomen im Englischen anders steht als im Deutschen, bekommst sechzehn Verben aus dem Berufsalltag nach Situationen sortiert und übst die Wortstellung anschließend in interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauB1 · Mittelstufe
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenWortschatz, Grammatik, Hören, Sprechen
- Bausteine10 Bausteine
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Was ein Phrasal Verb im Büro wirklich ist
Auf B1 ist dein Wortschatz meist schon brauchbar. Du kennst die Verben, du kennst die Präpositionen, und trotzdem stockt es für dich im Meeting genau dann, wenn jemand sagt: „can you fill it in and send it back“. Das ist kein Grammatikproblem, sondern eine eigene Art von Wortschatzproblem. Ein Phrasal Verb besteht aus einem Verb und einer kleinen Partikel, und die Bedeutung entsteht erst im Paar. Nimm das Verb „call“. Für sich genommen heißt es rufen oder anrufen. Setz „off“ dahinter, und daraus wird absagen. Setz stattdessen „back“ dahinter, und daraus wird zurückrufen. Setz „in“ dahinter, und du holst jemanden zur Hilfe. Das Verb allein sagt dir also nicht, was gemeint ist; die Partikel entscheidet mit. Genau deshalb hilft dir das Wörterbuch so wenig, wenn du nur das Verb nachschlägst. Im gesprochenen Berufsenglisch tragen diese Paare einen großen Teil der Last. Sie tauchen in Meetings, in internen Mails und in kurzen Gesprächen am Schreibtisch ständig auf, ohne dass sie irgendjemandem auffallen. Für dich heißt das: nicht das Verb lernen, sondern das Paar, und dazu die Situation, in der es fällt. Diese Lektion nimmt sechzehn Paare, die im Büro wirklich ständig vorkommen, und sortiert sie nach genau diesen Situationen.
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Meetings und Termine: set up, call off, put off, bring forward, go over
Die erste Gruppe begegnet dir überall dort, wo Termine entstehen und wieder wackeln. „Set up“ heißt einrichten, ansetzen, organisieren: „we set up a call for Tuesday“. Es beschreibt den Aufbau von etwas Neuem, vom einzelnen Termin bis zum ganzen Projektteam. „Call off“ heißt absagen, und zwar endgültig: Die Sache findet nicht statt, und es gibt keinen Ersatztermin. „Put off“ heißt dagegen verschieben, also auf später legen. Der typische Satz lautet „we put the meeting off until Friday“; die Präposition „until“ und ein neues Datum gehören fast immer dazu. „Bring forward“ ist die Gegenrichtung: einen Termin nach vorne holen, wie in „can we bring the workshop forward to Wednesday“. Wer diese beiden verwechselt, verabredet sich versehentlich in der falschen Richtung, und das merkt niemand, bis der Raum leer bleibt. „Go over“ schließlich heißt durchgehen, prüfen, gemeinsam ansehen: „let us go over the agenda first“. Dieses Paar ist untrennbar, das Objekt steht also immer dahinter: „go over it“, niemals „go it over“. Damit hast du in einer einzigen Gruppe beide Bauarten beisammen, die trennbaren und die untrennbaren, und du siehst gleich, dass man ihnen von außen nicht ansieht, zu welcher Sorte sie gehören.
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Dokumente und Aufgaben: fill in, hand in, print out, carry out, back up, sort out
Die zweite Gruppe begleitet Papier, Dateien und Aufgaben. „Fill in“ heißt ausfüllen: „fill in the form“. „Hand in“ heißt abgeben, und zwar an eine Stelle, die es haben will, also an die Vorgesetzte, an die Buchhaltung oder an eine Behörde. „Print out“ heißt ausdrucken und meint wirklich das Papier, nicht die Datei. „Carry out“ heißt durchführen: „carry out an inspection“, „carry out a survey“. Dieses Paar ist für dich besonders wichtig, weil es zeigt, dass Phrasal Verbs nicht automatisch umgangssprachlich sind; „carry out“ steht völlig selbstverständlich in Berichten, Prüfprotokollen und technischen Texten. „Back up“ trägt im Büro zwei Bedeutungen, die nichts miteinander zu tun haben: eine Sicherungskopie anlegen und jemandem den Rücken stärken. „Back up the file“ und „I will back you up in the meeting“ sind beide alltäglich, und der Zusammenhang klärt, welche gemeint ist. „Sort out“ heißt klären, ordnen, in Ordnung bringen, oft bei etwas, das gerade durcheinandergeraten ist: „I will sort out the invoices“. Alle sechs Paare dieser Gruppe sind trennbar. Deshalb kannst du ein Substantiv links oder rechts von der Partikel stellen, und für ein Pronomen bleibt nur die Mitte übrig.
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Menschen und Kommunikation: get back to, follow up on, catch up with, take on, deal with
Die dritte Gruppe dreht sich um Menschen. „Get back to somebody“ heißt sich später wieder melden, mit einer Antwort, die du gerade noch nicht hast: „I will get back to you by Friday“. Dieser Satz ist im Berufsalltag Gold wert, weil er dir höflich Zeit verschafft, ohne unverbindlich zu wirken. „Follow up on something“ heißt nachfassen, den Stand einer Sache prüfen: „I will follow up on the quote next week“. „Catch up with somebody“ heißt sich austauschen, nachdem eine Weile nichts passiert ist, mal über ein Projekt, mal beim Kaffee. „Take on“ heißt annehmen und übernehmen, bei Aufgaben wie bei Personen: „she took on two new clients“, „we are taking on three apprentices“. Und „deal with“ heißt sich um etwas kümmern, meist um ein Problem: „I will deal with the complaint myself“. Bei den ersten drei Verbindungen stehen zwei kleine Wörter hinter dem Verb, und das Objekt kommt dann hinter beide: „get back to her“, „follow up on it“, „catch up with him“. „Deal with“ ist untrennbar, „take on“ dagegen trennbar, du kannst also „take the account on“ sagen. Auch hier hilft nur eines: das Paar mit einem echten Satz aus deinem eigenen Arbeitsalltag lernen.
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Die Mechanik: trennbar, untrennbar und der Platz des Pronomens
Jetzt die Mechanik, die auf B1 den Unterschied macht. Trennbare Phrasal Verbs lassen ein Objekt zwischen Verb und Partikel zu. Steht dort ein Substantiv, hast du die Wahl: „fill in the form“ und „fill the form in“ sind beide korrekt. Ist das Objekt lang, klingt die Fassung mit der Partikel vorn meist besser, weil das schwere Element dann ans Ende rutscht. Steht dort aber ein Pronomen, verschwindet die Wahl vollständig. Ein Pronomen muss in die Mitte: „fill it in“, „print them out“, „sort it out“. „Fill in it“ ist dabei keine Stilfrage, sondern schlicht kein englischer Satz. Untrennbare Phrasal Verbs kennen diese Wahl gar nicht. Bei „go over“, „deal with“ oder „get back to“ bleibt die Einheit zusammen, und das Objekt folgt dahinter, egal ob Substantiv oder Pronomen: „go over the figures“, „go over them“, „deal with the complaint“, „deal with it“. Woran erkennst du nun, welches Paar zu welcher Sorte gehört? An der Form leider nicht zuverlässig; man sieht es einem Paar nicht an. Der praktikable Weg ist, jedes neue Paar sofort mit einem Pronomen zu notieren. Ein Eintrag wie „fill in – fill it in“ speichert die Bauart automatisch mit, und du musst sie später nie wieder erraten.
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Zwei deutsche Fallen: Partikelrechnen und die Flucht ins Formelle
Zwei weitere Fallen stammen direkt aus dem Deutschen. Die erste ist das Partikelrechnen. Deutsche trennbare Verben legen nahe, dass jede Vorsilbe eine feste englische Entsprechung hat und dass die Partikel ihre räumliche Bedeutung mitbringt. Beides trifft nicht zu. „Call off“ hat nichts mit abrufen zu tun, und „take on“ heißt nicht einschalten, sondern annehmen oder übernehmen. Die Partikel steuert die Bedeutung, aber sie tut es unberechenbar, und deshalb lernst du das Paar als feste Einheit statt als Rechenaufgabe. Die zweite Falle ist die Flucht ins Formelle. Weil Phrasal Verbs auf deutsche Ohren umgangssprachlich wirken, greifen viele Lernende überall zu „cancel“, „postpone“, „complete“ und „distribute“ und klingen im Meeting dann wie ein schriftlicher Bericht. Verstanden wirst du damit ohne Weiteres, aber du klingst distanziert. Als Tendenz gilt: Im Gespräch und in internen Mails wählen Muttersprachler häufig das Phrasal Verb, in Verträgen und formellen Berichten eher das lateinische Gegenstück. Eine feste Regel ist das nicht, wie „carry out“ zeigt, das in technischen Texten völlig zu Hause ist. Wenn du an festen Wortblöcken weiterarbeiten möchtest, ist business-idioms-basics (B1) der passende nächste Schritt.