Zeitformen
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Die Form für alles, was gerade läuft, nur vorübergehend gilt oder bereits vereinbart ist.
Du verwendest das Present Continuous für Handlungen, die gerade laufen, für vorübergehende Situationen und als ersten Einstieg für bereits vereinbarte Pläne.
Stand: Juli 2026
A2 · Zeitformen · 10 Min.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für A2-Lernende. Du hörst eine laufende Handlung, lernst Form und Verwendung kennen und übst sie in Aufgaben bis zum Abschlusstest.
Das *Present Continuous* zeigt eine Handlung nicht als allgemeine Tatsache, sondern wie eine Szene, die gerade läuft. Wenn du *We’re working on the proposal right now* sagst, blickst du gewissermaßen mitten in die Arbeit hinein. Anfang und Ende sind für den Satz weniger wichtig als der laufende Prozess. Die Form kann auch einen größeren Zeitraum rund um den jetzigen Moment erfassen. *She’s staying with a friend this week* muss nicht bedeuten, dass sie in der Sekunde des Sprechens im Gästezimmer sitzt. Die Situation gilt vorübergehend in dieser Woche. Als dritten Einstieg lernst du bereits vereinbarte Pläne kennen: *We’re launching next month.* Der Plan liegt in der Zukunft, wird aber als konkrete Vereinbarung behandelt. Diese Verwendungen teilen eine Idee: Die Situation wird als in Bewegung, zeitlich begrenzt oder bereits organisiert dargestellt. Das unterscheidet die Form von einer neutralen Aussage über Gewohnheiten oder dauerhafte Zustände. Für A2 reicht zunächst die Frage: Läuft etwas jetzt, gilt es nur vorübergehend oder ist es als konkreter nächster Schritt vereinbart?
Die Form hat immer zwei notwendige Teile: eine passende Form von *be* und das Hauptverb mit *-ing*. Mit *I* steht *am*: *I am working*. Mit *he, she* und *it* verwendest du *is*: *She is talking*. Nach *you, we* und *they* steht *are*: *They are waiting*. In Aussagen sind Kurzformen sehr häufig: *I’m working, she’s talking, we’re waiting*. Bei Verneinungen setzt du *not* nach die Form von *be*: *I’m not working, she isn’t talking, they aren’t waiting*. Für Fragen stellst du die Form von *be* vor das Subjekt: *Are you working? Is she talking?* Das Hauptverb bleibt dabei unverändert in der *-ing*-Form. Ein Satz wie *I working now* ist unvollständig, weil *am* fehlt. Ebenso ist *I am work now* falsch, weil das Hauptverb die Endung *-ing* braucht. Du kannst dir die Form als zwei fest verbundene Bausteine merken. Der erste zeigt Person und Zahl; der zweite trägt die Bedeutung der laufenden Handlung. Fehlt einer davon, funktioniert die Zeitform nicht.
Bei vielen Verben hängst du einfach *-ing* an die Grundform: *work → working, talk → talking, read → reading*. Zwei Schreibregeln sind besonders wichtig. Endet ein Verb auf ein stummes *e*, fällt dieses *e* normalerweise weg, bevor *-ing* angefügt wird: *make → making* und *write → writing*. Deshalb ist *makeing* keine korrekte Form. Bei einem kurzen Verb mit der Folge Konsonant–Vokal–Konsonant wird der letzte Konsonant häufig verdoppelt: *sit → sitting* und *run → running*. Dadurch bleibt der kurze Vokallaut erhalten. Du brauchst diese Regeln nicht bei jedem Verb neu zu erfinden. Lerne zunächst die häufigen Muster mit Beispielen und lies die fertige Form laut. Im Satz kommt danach wieder der erste Baustein hinzu: *She is making a call* oder *They are sitting in the meeting room*. Die Schreibweise allein bildet noch keine Zeitform; *making* und *sitting* brauchen im *Present Continuous* eine Form von *be*. Wenn du zuerst *am/is/are* kontrollierst und danach die Endung prüfst, findest du die meisten Fehler zuverlässig.
Im Deutschen gibt es keine eigene Verlaufsform, die dem englischen *Present Continuous* direkt entspricht. Der Satz *Ich arbeite* kann je nach Zusammenhang bedeuten, dass du allgemein arbeitest oder genau jetzt beschäftigt bist. Im Englischen wird diese Perspektive grammatisch sichtbar. Für die Handlung im Moment heißt es *I’m working now*, nicht *I work now*. Deshalb verwenden Deutschsprachige die einfache Gegenwartsform häufig zu weit. Der umgekehrte Fehler entsteht, sobald die neue Form vertraut wirkt: Dann landet sie auch bei Zustandsverben. Verben wie *know, like, want* und *need* beschreiben normalerweise einen Zustand und stehen daher meist im *Present Simple*: *I know the answer, I like the plan, I want a coffee, I need the file*. Formen wie *I’m knowing* oder *I’m needing* sind für diese normalen Bedeutungen nicht das Ziel. Achte also nicht nur auf ein Zeitwort wie *now*, sondern auch auf die Art des Verbs. Eine sichtbare Handlung kann laufen; ein Wissen, Wunsch oder Bedarf wird gewöhnlich als Zustand beschrieben. Diese Unterscheidung verhindert sowohl die Unterverwendung als auch die Überdehnung der Form.
Der wichtigste Gegensatz besteht zwischen einer laufenden oder begrenzten Situation und einer Gewohnheit oder allgemeinen Tatsache. *We’re working on the proposal right now* beschreibt die aktuelle Szene. *We work on proposals every week* beschreibt eine regelmäßige Tätigkeit. *She’s staying with a friend this week* ist ausdrücklich vorübergehend. *She lives in Berlin* stellt ihren Wohnort als neutrale Tatsache dar. Der Unterschied steckt also nicht nur im Zeitpunkt, sondern auch darin, wie du die Situation zeigen möchtest. Signalwörter helfen: *right now* und *at the moment* weisen oft auf eine laufende Handlung hin; *this week* und *these days* passen häufig zu einer vorübergehenden Lage. Wörter wie *usually* oder *every week* führen dagegen eher zum *Present Simple*. Trotzdem entscheidet der Zusammenhang, nicht ein einzelnes Wort als automatische Regel. Bei Zustandsverben bleibt die einfache Gegenwart gewöhnlich die natürliche Wahl, selbst wenn der Zustand jetzt gilt: *I need the report now.* Frage dich deshalb: Sehe ich einen Prozess, oder nenne ich eine Gewohnheit, Tatsache oder einen Zustand? Diese Perspektive führt meist zur passenden Form.
Im Arbeitsalltag macht das *Present Continuous* Veränderungen und laufende Projekte sichtbar. *We’re working on the proposal* sagt, woran das Team gerade arbeitet. *He’s talking to a client right now* erklärt, warum ein Kollege nicht ans Telefon gehen kann. Für eine begrenzte Situation passt *This month, we’re working from a smaller office*. Der Satz stellt die Arbeitsweise nicht als dauerhafte Unternehmensregel dar, sondern als vorübergehende Phase. Auch ein bereits vereinbarter nächster Schritt kann mit derselben Form erscheinen: *We’re launching next month* oder *I’m meeting the supplier on Friday*. Für diesen ersten Blick auf Zukunftspläne reicht die Idee, dass der Termin oder die Vereinbarung schon konkret ist. Beim Schreiben eines Statusupdates kannst du mehrere Formen bewusst kombinieren: *We usually meet on Monday, but this week we’re meeting on Tuesday. We’re finishing the proposal today.* Die Gewohnheit steht im *Present Simple*, die Abweichung und die laufende Aufgabe im *Present Continuous*. So beschreibst du nicht nur, was allgemein geschieht, sondern auch, was sich gerade bewegt und was als Nächstes fest vereinbart ist.
Das Present Continuous zeigt meist eine laufende oder vorübergehende Situation: „We’re working on it right now.“ Das Present Simple beschreibt eher Gewohnheiten, Tatsachen und Zustände: „We work on proposals every week.“ Entscheidend ist, ob du einen Prozess oder eine allgemeine Aussage darstellen möchtest.
Das Present Continuous braucht zwei Teile: eine Form von „be“ und das Verb mit „-ing“. Mit „I“ lautet der vollständige Satz „I am working now“ oder kurz „I’m working now“. Ohne „am“ fehlt der Teil, der Person und Zeit trägt.
Die Handlung liegt in der Zukunft, aber der Plan ist bereits in der Gegenwart vereinbart. Das Present Continuous stellt den Termin deshalb als konkrete Vereinbarung dar. Diese Lektion bietet dir damit einen ersten Einstieg in gegenwärtige Formen für zukünftige Pläne.
Amerikanische Werbung biegt die Regel gelegentlich bewusst, etwa im echten McDonald’s-Slogan „I’m loving it“. Das ist einprägsame Werbesprache, aber nicht das Grammatikmuster, das du für normale A2-Sätze lernen solltest. Für die gewöhnliche Bedeutung verwendest du „I like it“ oder „I love it“.
Mit *be-present* (A1) kennst du die Formen *am, is* und *are*. *present-simple* (A2) liefert den wichtigsten Gegensatz für Gewohnheiten und Zustände. Danach zeigt dir *future-going-to* (A2) eine weitere Form, mit der du über Pläne sprechen kannst.
Die Form mit „-ing“ entwickelte sich aus einer nomenähnlichen Konstruktion wie „be on/a-verbing“ zu einem Teil des Verbs. Deshalb wirkt „I’m building“ in seiner Form noch ein wenig nomenähnlich. Heute bilden die Form von „be“ und das Verb mit „-ing“ gemeinsam das Present Continuous.
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