Wie sprichst du V und W auf Englisch aus?
Für /v/ legst du die oberen Schneidezähne leicht auf die Unterlippe und lässt den Laut summen, wie in very. Für /w/ rundest du die Lippen zu einem kleinen Kreis, ohne dass die Zähne etwas berühren, wie in we.
- /v/ ist ein summender Reibelaut: obere Zähne auf der Unterlippe – very, video, visit.
- /w/ ist ein Gleitlaut mit runden Lippen und ohne Zahnkontakt – we, will, welcome.
- Das deutsche ⟨w⟩ klingt wie das englische /v/ – deshalb wird „we will“ zu „ve vill“, wenn der Mund im deutschen Muster bleibt.
A1 · Aussprache · 10 Min.V und W im Englischen – Baustein für Baustein erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A1-Niveau. Du hörst beide Laute im Zusammenhang, lernst von einem Tutor die genauen Mundstellungen, siehst sie nebeneinander im Bild und übst sie anschließend in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit sechs Fragen folgt. Der gesamte Lernweg dauert weniger als zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauA1 · Anfänger
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenAussprache, Hören, Sprechen, Schreiben
- Bausteine10 Bausteine
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Zwei Laute, zwei völlig verschiedene Bewegungen
Das Englische hält /v/ und /w/ strikt auseinander, und der Abstand zwischen beiden ist größer, als die zwei Buchstaben vermuten lassen. /v/ ist ein Reibelaut: Die oberen Schneidezähne liegen leicht auf der Unterlippe, die Luft strömt durch den schmalen Spalt, und die Stimmbänder summen – very, video, visit, invoice. Du spürst das Summen als leichtes Kitzeln auf der Lippe. /w/ ist dagegen gar kein Reibelaut, sondern ein Gleitlaut: Die Lippen runden sich zu einem kleinen, gespannten Kreis, der hintere Teil der Zunge hebt sich zum weichen Gaumen, und der Laut gleitet direkt in den folgenden Vokal – we, will, welcome, one. Nichts berührt sich dabei: keine Zähne, keine Reibung. Und weil die beiden Laute im Englischen Wörter unterscheiden – wine ist ein Getränk, vine eine Kletterpflanze; der vet untersucht deinen Hund, wet beschreibt das Wetter –, hören englische Ohren den Unterschied als Bedeutung, nicht als bloße Akzentfärbung. Genau deshalb lohnt sich die Investition von zehn Minuten.
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So stellst du beide Laute mechanisch her
Beginne mit /v/, denn dein Mund kennt diesen Laut bereits – es ist der Laut am Anfang von Wein und Wasser. Lege die Kante der oberen Schneidezähne sanft auf die Unterlippe und puste, während die Stimme summt. Kitzelt die Lippe, stimmt der Kontakt; bricht der Laut ab, drückst du zu fest. Dann /w/, die wirklich neue Bewegung. Runde die Lippen, als wolltest du das u in gut sprechen oder eine Kerze auspusten, halte die Zähne vollständig von der Lippe fern und gleite in den nächsten Vokal: Aus u-i wird we, aus u-il wird will. Der Spiegel ist dein Schiedsrichter. Am Anfang von we solltest du ein kleines dunkles O aus gerundeten Lippen sehen und keinerlei Zähne; am Anfang von very dagegen deutlich die oberen Zähne auf der Unterlippe. Zeigt der Spiegel bei we Zähne, ist der Laut schon zu /v/ geworden. Übe zuerst den Laut allein, dann in der Silbe, dann im Wort – und nimm erst danach Tempo auf.
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Die deutsche Falle: warum „we will“ zu „ve vill“ wird
Das Deutsche besitzt einen völlig intakten /v/-Laut – es schreibt ihn nur mit dem Buchstaben ⟨w⟩. Wein, Wasser und wir beginnen alle mit /v/, weshalb Wein für englische Ohren wie vine klingt. Der Buchstabe ⟨v⟩ wiederum ist in deutschen Erbwörtern wie Vater und viel ein /f/ und in Fremdwörtern wie Vase und Video ein /v/. Was dem deutschen Lautsystem an keiner Stelle zur Verfügung steht, ist der englische Gleitlaut /w/. Liest ein deutscher Mund also den englischen Buchstaben ⟨w⟩, springt die alte Gewohnheit an und produziert /v/: Aus we will wird „ve vill“, aus when wird „ven“, aus work wird „vork“. Das ist eines der erkennbarsten Merkmale eines deutschen Akzents im Englischen – und zugleich eines der am leichtesten reparierbaren, denn /w/ enthält nichts, was dein Mund nicht längst kann. Für die Vokale in gut und Boot rundest du die Lippen ohnehin; das Englische verlangt genau diese Rundung lediglich am Anfang eines Konsonanten.
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Minimalpaare und die Überkorrektur
Trainiere den Kontrast mit Minimalpaaren – Wortpaaren, die genau dieser eine Laut trennt: wine–vine, wet–vet, west–vest, worse–verse. Sprich jedes Paar langsam vor dem Spiegel: runde Lippen ohne Zähne für das erste Wort, Zähne auf der Lippe und Summen für das zweite. Und dann rechne mit dem Fehler der zweiten Stufe. Sobald verstanden ist, dass das englische ⟨w⟩ kein /v/ sein darf, beginnen viele Lernende, auch jedes /v/ in ein /w/ zu verwandeln: Aus village wird „willage“, aus visit wird „wisit“, aus video wird „wideo“. Diese Überkorrektur ist genauso hörbar wie der ursprüngliche Fehler – und sie trifft ausgerechnet die sorgfältigen, motivierten Lernenden. Der Ausweg besteht darin, der Schreibung mehr zu vertrauen, nicht weniger. Der Buchstabe ⟨v⟩ ist im Englischen bemerkenswert zuverlässig: Er wird in praktisch jedem Wort, das dir begegnet, /v/ gesprochen. Der Buchstabe ⟨w⟩ vor einem Vokal ist /w/ – mit einer Handvoll stummer Fälle: who, whose und whole beginnen mit /h/, und das ⟨w⟩ in two, answer und write ist stumm.
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Die Buchstabennamen: „vee“ und „double-u“
Auch die Namen der beiden Buchstaben sind eine eigene Falle. Im Englischen heißt ⟨v⟩ „vee“ /viː/ und ⟨w⟩ „double-u“ /ˈdʌbəl juː/. Der deutsche Name des ⟨w⟩ klingt jedoch fast genauso wie der englische Name des ⟨v⟩. Wer eine Webadresse als „weh weh weh“ buchstabiert, wird von englischen Ohren als V-V-V verstanden – und aus einer E-Mail-Adresse mit ⟨w⟩ wird unbemerkt eine mit ⟨v⟩. Am Telefon kostet das echte Zeit: Die Gegenseite tippt die falsche Adresse, die Mail kommt zurück, und niemand weiß, warum. Zwei Reparaturen funktionieren zuverlässig. Erstens: Verwende langsam und deutlich die vollen englischen Buchstabennamen – „vee“ für V, „double-u“ für W. Zweitens: Verankere jeden Buchstaben mit einem Wort, wie es Callcenter tun – „V as in Victor, W as in Whiskey“. Die Lektion spelling-names-numbers-phone trainiert genau diese Situation unter Zeitdruck, mit Namen, Zahlen und Adressen.
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V und W im Berufsalltag
Im Geschäftsenglisch tragen die beiden Laute einen erstaunlich großen Teil des Alltagswortschatzes. Auf der /w/-Seite stehen we, will, welcome, website, weekly und Wednesday; auf der /v/-Seite very, visit, video, review, invoice und value. Ein einziger Routinesatz wie „We will review the invoice on the video call this Wednesday“ überquert die Grenze sechsmal. Zwei Situationen verdienen besondere Übung. Im Videocall zeigt die Kamera deinen Mund – ein sauber gerundetes /w/ ist dort sichtbar und hörbar zugleich, und die Begrüßung „Welcome, everyone“ ist ein erster Eindruck, den du jede Woche neu machst. Am Telefon sieht dagegen niemand deine Lippen; dort trennt allein der Laut we'll von veal und hält eine buchstabierte E-Mail-Adresse intakt. Baue dir deshalb zwei oder drei Gewohnheitssätze aus deiner eigenen Arbeitswoche und sprich sie morgens laut. Ein Mund, der zwanzigmal „We will welcome the visitors“ gesagt hat, findet die Laute von selbst – auch dann, wenn du gleichzeitig über den Inhalt nachdenkst.