Wie schreibe ich ein Anschreiben auf Englisch?
Schreibe einen kurzen Brief in ganzen Sätzen, mit „I“. Sag zuerst, warum du schreibst: „I am writing to apply for the position of Logistics Coordinator advertised on your website.“ Belege dann mit einem oder zwei konkreten Erfolgen, dass du zu den Anforderungen passt, und sag, warum dich gerade dieses Unternehmen interessiert. Schließe mit der Anlage, einem Dank und „I look forward to hearing from you“ – und mit einer Grußformel, die zu deiner Anrede passt.
- „I hereby apply …“ ist grammatisch korrekt, klingt aber steif und altmodisch; natürlicher ist „I am writing to apply for …“.
- Für eine Dauer bis jetzt steht das Present Perfect mit „for“: „I have worked in sales for five years“ – nicht „since five years“.
- Im britischen Englisch gilt traditionell: „Dear Sir or Madam“ mit „Yours faithfully“, „Dear Ms Weber“ mit „Yours sincerely“; „Kind regards“ ist eine gängige, etwas weniger förmliche Alternative.
B1 · Geschäftskorrespondenz · 10 Min.Das englische Anschreiben – Baustein für Baustein erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion für Lernende auf B1-Niveau. Du hörst den ersten Satz eines Anschreibens im Zusammenhang, lernst mit einem Tutor den Bogen des Briefes kennen – Einstieg, Beweis, Schluss und Grußformel – und übst die Wendungen anschließend in interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest folgt. Der gesamte Lernweg dauert etwa zehn Minuten und funktioniert ohne Anmeldung.
- GER-NiveauB1 · Mittelstufe
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenSchreiben, Grammatik, Wortschatz, Business-Englisch
- SchwerpunktEinstieg, Beweis, Schluss, Grußformel
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Was ein englisches Anschreiben leistet
Dein CV zählt auf, was du gemacht hast. Das Anschreiben – auf Englisch cover letter – erklärt, warum genau das zu dieser einen Stelle passt. Deshalb sieht es meist auch anders aus: vor allem ganze Sätze statt Stichpunkte – ein kurzer Brief in der ersten Person, mit „I“. Ein paar Stichpunkte können trotzdem passen, etwa um einzelne Erfolge hervorzuheben. Oft ist es nicht länger als eine Seite, und wenn du dich per E-Mail bewirbst, steht es häufig direkt im Text der Nachricht oder liegt als eigene Datei neben dem CV. Ein hilfreiches Gerüst folgt einem einfachen Bogen: Du sagst, warum du schreibst und um welche Stelle es geht; du belegst mit einem oder zwei konkreten Erfolgen, dass du zu den Anforderungen passt; und du schließt mit der Anlage, einem Dank und einer Grußformel, die zu deiner Anrede passt. Das ist kein Gesetz, aber es macht es der Leserin leicht, dir zu folgen. Wiederhole deinen CV nicht einfach in Satzform – wähle aus und stelle Verbindungen her. Was im CV steht, darf das Anschreiben voraussetzen; seine Aufgabe ist das Argument, nicht die Liste. Die Firmennamen in den Beispielen dieser Lektion sind übrigens erfunden.
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Der Einstieg: sag, warum du schreibst
Der erste Satz sagt, welche Stelle du willst und wo du sie gefunden hast. Ein natürliches Muster dafür lautet: „I am writing to apply for the position of Logistics Coordinator advertised on your website.“ Statt „advertised on your website“ passt auch „advertised on LinkedIn“ oder „advertised on Indeed“ – entscheidend ist, dass die Leserin sofort weiß, welche Anzeige du meinst. Übernimm die Stellenbezeichnung genau so, wie sie in der Anzeige steht. Ein zweiter Satz darf echtes Interesse zeigen: „I was excited to see a role that combines route planning with direct customer contact.“ Oder: „I was particularly interested to read that you are opening a new site in Hamburg.“ Vor all das gehört die Anrede. Wenn du den Namen der zuständigen Person herausfinden kannst – in der Anzeige, auf der Website des Unternehmens, über LinkedIn –, schreib „Dear Ms Weber“ oder „Dear Mr Hall“. Findest du keinen Namen, ist „Dear Sir or Madam“ die übliche formelle Lösung. „To whom it may concern“ ist ebenfalls möglich, wirkt in einem Anschreiben aber oft steif und unpersönlich. Im britischen Sprachgebrauch entscheidet die Anrede traditionell auch über die Grußformel – dazu mehr im letzten Abschnitt.
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„I hereby apply“: korrekt, aber steif
Ein klassischer deutscher Einstieg lautet „Hiermit bewerbe ich mich als …“. Wort für Wort übertragen wird daraus „I hereby apply for the position of …“. Dieser Satz ist grammatisch korrekt – aber er klingt nach Vertrag oder Formular, und in einem modernen englischen Anschreiben wirkt er steif und altmodisch. „Hereby“ begegnet dir vor allem in rechtlichen und amtlichen Texten. „I am writing to apply for …“ erledigt dieselbe Aufgabe natürlicher: Der Satz sagt, warum du schreibst, und klingt nach einem Menschen statt nach einem Dokument. Auch „I would like to apply for the position of …“ funktioniert gut. Halte den Unterschied zwischen steif und falsch auseinander. „I hereby apply“ ist kein Fehler, sondern eine Stilfrage. Falsch wären dagegen Formen wie „I am writing for apply“ oder „I am writing to applying“: Nach dem „to“ in „I am writing to“ braucht das Englische die Grundform des Verbs, weil dieses „to“ den Zweck einleitet. Dieselbe Aufmerksamkeit lohnt sich im ganzen Brief, denn ein Satz kann korrekt sein und trotzdem übersetzt klingen. Lies dein Anschreiben deshalb einmal laut – so hörst du leichter, welche Sätze noch nach Deutsch klingen.
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Der Beweis: ein Erfolg, ein Bedarf
Im Mittelteil verbindest du, was du getan hast, mit dem, was die Anzeige verlangt. Lies die Anzeige und markiere die Anforderungen, die dort am stärksten betont werden. Such dir dann aus deinem CV einen oder zwei konkrete Erfolge heraus, die dazu passen, und erzähle sie in ganzen Sätzen: „In my current role at Nordhafen Logistics, I plan delivery routes for a fleet of 40 vans. Last year I redesigned two routes and reduced delivery times.“ Im CV stand das als Stichpunkt ohne „I“; im Anschreiben bekommt es ein Subjekt und einen Zusammenhang. Achte auf das kleine Wort nach „role“: Für den Arbeitgeber steht im Englischen „at“ oder „with“ – „in my role at Nordhafen“. Aus dem deutschen „bei Nordhafen“ wird leicht „by Nordhafen“, und das funktioniert nicht. Danach baust du die Brücke zur neuen Stelle: „This experience has given me a good feel for where delays start and how to prevent them.“ Dann sagst du, was du beitragen möchtest: „I would welcome the opportunity to bring that experience to your team in Hamburg.“ Dazu gehört ein Satz, warum gerade dieses Unternehmen: etwas Konkretes, das du über die Firma gelesen hast – ein neuer Standort, ein Produkt, ein Markt. „Your move into same-day delivery is exactly the kind of challenge I am looking for.“ Allgemeines Lob wie „your great company“ sagt der Leserin wenig; ein konkreter Bezug zeigt, dass du dich wirklich mit dem Unternehmen beschäftigt hast.
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„Seit fünf Jahren“: for, since und das Present Perfect
Sobald du beschreibst, wie lange du etwas schon machst, wartet eine Falle. Aus „Ich arbeite seit fünf Jahren im Vertrieb“ wird bei deutschsprachigen Bewerberinnen und Bewerbern oft „I work in sales since five years“. In diesem Satz funktionieren zwei Dinge im Englischen nicht. Für etwas, das in der Vergangenheit begonnen hat und bis heute andauert, nimmt das Englische das Present Perfect, und eine Zeitdauer steht mit „for“, nicht mit „since“. Richtig ist: „I have worked in sales for five years.“ Auch „I have been working in sales for five years“ passt, wenn du die laufende Tätigkeit betonen willst. „Since“ brauchst du für einen Startpunkt: „I have worked at Nordhafen Logistics since 2021“, „since March“, „since my apprenticeship“. Als Faustregel: „for“ plus Zeitraum (for five years, for six months), „since“ plus Zeitpunkt (since 2021, since January). Auch „during five years“ hilft nicht weiter – „during“ braucht einen bestimmten Zeitabschnitt („during my apprenticeship“) und sagt nicht, wie lange etwas schon dauert. Im Anschreiben steht dieser Satz oft gleich am Anfang des Beweis-Teils. Es lohnt sich deshalb, ihn sicher zu beherrschen – er ist einer der ersten Sätze, die deine Leserin von dir liest.
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Der Schluss: Anlage, Verfügbarkeit, Dank
Der Schluss ist kurz und praktisch. Erwähne die Anlage: „I have attached my CV“ ist direkt und modern, „Please find attached my CV“ eine etwas förmlichere feste Wendung – beide sind im Alltag üblich. Wort-für-Wort-Fassungen von „Anbei finden Sie …“ oder „In der Anlage finden Sie …“, etwa „In the attachment you find my CV“, klingen dagegen übersetzt. Biete den nächsten Schritt an: „I would be happy to discuss the role in more detail.“ Wenn es hilft, nenne deine Kündigungsfrist oder deinen frühesten Starttermin: „My notice period is three months“ oder „I could start on 1 March“. Dann bedankst du dich: „Thank you for considering my application.“ Nach „for“ steht hier die -ing-Form, genau wie im letzten Satz vor der Grußformel: „I look forward to hearing from you.“ In „look forward to“ ist „to“ eine Präposition, deshalb folgt die -ing-Form; „I look forward to hear from you“ ist ein typischer Fehler. Einen Hinweis darauf kannst du selbst prüfen: Nach „look forward to“ passt auch ein Substantiv („I look forward to your reply“) – ein Zeichen, dass „to“ hier eine Präposition ist. Bei „I would welcome the opportunity to join your team“ ist das anders: Dort passt kein Substantiv hinter „to“, und es folgt die Grundform.
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Die Grußformel: was aus „Mit freundlichen Grüßen“ wird
Für „Mit freundlichen Grüßen“ gibt es im Englischen nicht die eine Übersetzung, sondern eine Wahl – und im britischen Sprachgebrauch hängt sie traditionell von deiner Anrede ab. Dort gilt: Beginnt der Brief ohne Namen mit „Dear Sir or Madam“, schließt er mit „Yours faithfully“. Beginnt er mit einem Namen, etwa „Dear Ms Weber“, schließt er mit „Yours sincerely“. Im amerikanischen Englisch wird diese Unterscheidung meist nicht gemacht; dort steht in der Regel „Sincerely“ oder „Sincerely yours“. Daneben sind „Kind regards“ und „Best regards“ gängige, etwas weniger förmliche Grußformeln, gerade wenn du dich per E-Mail bewirbst. Wichtig ist, dass Anrede und Grußformel zusammenpassen und du innerhalb des Briefes bei einer Variante bleibst, britisch oder amerikanisch. Unter die Grußformel setzt du in einer neuen Zeile deinen vollen Namen. „With friendly greetings“ versteht zwar jeder, aber die Wendung verrät, dass hier Wort für Wort übersetzt wurde – und genau diesen Eindruck soll ein Anschreiben vermeiden. Wenn du unsicher bist, welche Variante das Unternehmen erwartet, orientiere dich an der Stellenanzeige: Ein britischer Standort, britische Schreibweisen wie „organise“ oder ein britischer Ansprechpartner sprechen für die britische Form.