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Wissenschaftliches Schreiben auf Englisch: Die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden
Fehler beim wissenschaftlichen Schreiben auf Englisch sind für deutsche Akademiker fast unvermeidlich -- es sei denn, man kennt die typischen Stolperfallen. Zu lange Sätze, falsche Artikel, zu wenig Hedging und Nominalisierungen, die den Text schwerfällig machen. In dieser interaktiven Lektion analysieren wir die acht häufigsten Fehlerquellen und zeigen Ihnen, wie Sie Ihren akademischen Schreibstil auf Englisch deutlich verbessern. Mit gezielten Übungen lernen Sie, diese Fehler zu erkennen und zu vermeiden.
Themen
Lerninhalt
Die häufigsten Fehler deutscher Wissenschaftler beim Schreiben auf Englisch
Wenn Sie als deutscher Wissenschaftler auf Englisch publizieren, stehen Sie vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen nicht nur den Inhalt, sondern auch den Schreibstil grundlegend anpassen. Der deutsche Wissenschaftsstil unterscheidet sich erheblich vom englischen -- und genau hier lauern die häufigsten Fehler.
In dieser Lektion lernen Sie:
- Satzstruktur: Warum kürzere Sätze im Englischen besser sind
- Nominalisierungen: Wann Verben die bessere Wahl sind
- Artikel: Definit, indefinit oder gar kein Artikel?
- Hedging: Die Kunst der wissenschaftlichen Abschwächung
- Falsche Freunde: actually, eventually, respectively
- Komma-Fehler: Run-on Sentences und Comma Splices vermeiden
Inklusive interaktiver Übungen und Abschlusstest. Dauer: ca. 25 Minuten.
Falsche Freunde im wissenschaftlichen Kontext
0/5 gelernt
actually
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eventually
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respectively
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to suggest
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to conduct
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Häufige Fragen
Tipp
Praxistipp: Lesen Sie Ihren Text laut vor. Wenn Sie mitten im Satz Luft holen müssen, ist der Satz zu lang. Im Englischen ist ein Punkt kein Zeichen von Schwäche -- er ist ein Zeichen von Klarheit.
Nominalisierungen und Artikelfehler
Nominalisierungen: Wann Verben besser sind
Deutsche Wissenschaftstexte sind voller Nominalisierungen -- Hauptwörter, die aus Verben gebildet werden. Im Deutschen klingt das professionell, im Englischen macht es den Text schwerfällig und unpersönlich.
Typisches deutsches Muster: 'Die Durchführung der Untersuchung ergab...'
Besser auf Englisch: 'We investigated and found...'
Artikel -- die unsichtbare Falle
Das deutsche Artikelsystem unterscheidet sich grundlegend vom englischen. Besonders problematisch sind:
- Nullartikel bei Abstrakta: 'Research shows...' (nicht: 'The research shows...' wenn Sie allgemein sprechen)
- Bestimmter Artikel bei spezifischen Referenzen: 'The results of our study...'
- Unbestimmter Artikel bei Ersterwähnung: 'A new method was developed...'
Deutsche Wissenschaftler verwenden oft zu viele bestimmte Artikel, weil im Deutschen fast jedes Nomen einen Artikel hat.
Hedging und Tempus im akademischen Englisch
Hedging: Die Kunst der Abschwächung
Deutsche Wissenschaftler tendieren dazu, zu direkte Aussagen zu machen. Im englischsprachigen akademischen Umfeld ist Hedging -- die vorsichtige Abschwächung von Behauptungen -- essenziell.
Zu direkt (typisch deutsch): 'Our results prove that...'
Angemessen (akademisches Englisch): 'Our results suggest that...' / 'The data indicate that...'
Wichtige Hedging-Ausdrücke sind: suggest, indicate, appear to, seem to, may, might, could, it is possible that, it is likely that, tend to.
Tempus-Konsistenz
Ein weiterer häufiger Fehler ist der inkonsistente Tempuswechsel innerhalb eines Abschnitts. Im wissenschaftlichen Englisch gelten klare Regeln:
- Present Simple: Allgemein anerkannte Fakten und Theorien
- Past Simple: Eigene Methoden und Ergebnisse beschreiben
- Present Perfect: Forschungslücken und bisherigen Stand zusammenfassen
Achtung
Achtung: Run-on Sentences! Ein 'run-on sentence' entsteht, wenn zwei Hauptsätze ohne richtige Verbindung aneinandergereiht werden. Falsch: 'The experiment was successful, it confirmed our hypothesis.' Richtig: 'The experiment was successful. It confirmed our hypothesis.' oder 'The experiment was successful; it confirmed our hypothesis.'
Subjekt-Verb-Distanz und Komma-Fehler
Subjekt-Verb-Distanz: Nah beieinander halten
Im Deutschen ist es üblich, Subjekt und Verb durch lange Einschübe zu trennen. Das Klammerstruktur-Prinzip des Deutschen erlaubt das. Im Englischen führt eine große Distanz zwischen Subjekt und Verb jedoch zu Verwirrung.
Schlecht: 'The participants, who had been recruited from universities in three different cities and who had all passed the initial screening test, completed the survey.'
Besser: 'The participants completed the survey. They had been recruited from universities in three cities and had all passed the initial screening test.'
Komma-Fehler: Run-on Sentences und Comma Splices
Im Deutschen können Sie Hauptsätze oft mit einem Komma verbinden. Im Englischen ist das ein Comma Splice -- ein grammatikalischer Fehler. Zwei Hauptsätze brauchen entweder:
- Einen Punkt: 'The results were clear. They confirmed our hypothesis.'
- Ein Semikolon: 'The results were clear; they confirmed our hypothesis.'
- Eine Konjunktion: 'The results were clear, and they confirmed our hypothesis.'
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