Welche Signalwörter verlangen das Simple Past?
Alle Zeitangaben, die eine abgeschlossene Zeit nennen: yesterday, ago, last week, last month, last year, in 1998, last night, when I was… Sobald eines davon im Satz steht, ist das Simple Past die richtige Wahl.
- Routine: erst das Zeitwort suchen, dann die Zeitform wählen.
- „Ago“ steht hinter der Zeitangabe: two weeks ago, nicht „before two weeks“.
- Ein Signalwort für abgeschlossene Zeit schließt das Present Perfect aus.
A1 · Signalwörter · 10 Min.Signalwörter für das Simple Past – Baustein für Baustein erklärt.
Eine klar aufgebaute Lektion mit zehn Folien für Lernende auf A1-Niveau. Du hörst die Signalwörter im Zusammenhang, lernst mit einem Tutor die kleine Routine „erst das Zeitwort, dann die Zeitform“ und übst sie anschließend in sechs interaktiven Aufgaben, bevor ein Abschlusstest mit sechs Fragen folgt. Alle Beispiele stammen aus dem Berufsalltag: Bericht, Angebot, Vertrag, Kundin, Besprechung.
- GER-NiveauA1 · Anfänger
- BearbeitungszeitEtwa 10 Minuten
- KompetenzenGrammatik, Hören, Schreiben, Sprechen
- Bausteine10 Bausteine
01 / 06
Was Signalwörter im Englischen tatsächlich leisten
Signalwörter sind kleine Zeitangaben, die dir die Zeitform verraten, bevor du überhaupt über das Verb nachdenken musst. Für das Simple Past ist diese Gruppe besonders leicht zu erkennen, denn alle Mitglieder haben eine einzige Eigenschaft gemeinsam: Sie nennen eine Zeit, die vorbei ist. „Yesterday“ ist vorbei. „Two weeks ago“ ist vorbei. „Last week“, „last month“, „in 1998“, „last night“ – alles abgeschlossen. Genau daraus entsteht die Regel, die diese Lektion trainiert: Das Simple Past beschreibt ein Geschehen, das vollständig vor dem jetzigen Moment liegt, und ein Zeitwort für abgeschlossene Zeit zeigt genau dorthin. Deshalb lohnt sich eine kleine Lesegewohnheit. Bevor du einen englischen Satz baust oder korrigierst, suchst du zuerst die Zeitangabe. Findest du eine, die eine abgeschlossene Zeit nennt, ist die Entscheidung schon gefallen, und du musst nicht mehr zwischen zwei Zeitformen abwägen. Das spart dir auf A1-Niveau viel Denkarbeit, weil du dich danach ganz auf die Verbform konzentrieren kannst. Die Reihenfolge in dieser Lektion ist bewusst so gewählt, dass das klarste Signal zuerst kommt: ein benannter Tag, danach die zurückgezählte Distanz mit „ago“ und zuletzt der abgeschlossene Zeitraum. Das ist eine didaktische Reihenfolge – sie sagt dir, womit du anfangen solltest, und nicht, welches Wort am häufigsten vorkommt.
02 / 06
Drei Gruppen – das klarste Signal zuerst
Die erste Gruppe ist ein benannter vergangener Tag oder ein Datum: „yesterday“, „last night“, „last Monday“, „in 1998“. Der Tag oder das Jahr steht fest im Kalender, und die Uhr ist dort abgelaufen. „I sent the report yesterday.“ Klarer geht ein Signal nicht. Die zweite Gruppe zählt von jetzt aus zurück: eine Zeitspanne plus „ago“. „We signed the contract two weeks ago.“ Wichtig ist dabei die Stellung: „ago“ folgt der Zeitangabe und steht nie davor. Es misst den Abstand vom Sprechmoment zurück und landet dabei immer auf einem abgeschlossenen Punkt – „an hour ago“, „three days ago“, „ten years ago“. Die dritte Gruppe umfasst einen ganzen Zeitraum oder Lebensabschnitt, der zu Ende ist: „last week“, „last month“, „last year“, „when I was…“, „then“, „after that“. „When I was an intern, I took notes in every meeting.“ Der Zeitraum ist geschlossen, also steht auch hier das Simple Past. Alle drei Gruppen führen zur selben Entscheidung; sie unterscheiden sich nur darin, wie sie die Zeit benennen: über einen Punkt im Kalender, über eine gezählte Distanz oder über eine Strecke, deren Ende bereits erreicht ist. Wenn du dir diese drei Bilder merkst, erkennst du fast jedes Signalwort dieser Familie auf den ersten Blick wieder, auch wenn es dir in einer neuen Formulierung begegnet.
03 / 06
Was das Signalwort mit dem Verb macht
Das Signalwort entscheidet über die Zeitform, aber die richtige Verbform musst du selbst bilden. Im Aussagesatz ist das einfach: Bei regelmäßigen Verben hängst du „-ed“ an – „work“ wird zu „worked“, „call“ zu „called“, „sign“ zu „signed“. Unregelmäßige Verben haben eine eigene Form, die du lernen musst: „send“ wird zu „sent“, „write“ zu „wrote“, „go“ zu „went“, „take“ zu „took“. Diese Formen ändern sich nicht mit der Person; „I sent“ und „she sent“ sind identisch. In Fragen und Verneinungen übernimmt dagegen das Hilfsverb „did“ die Vergangenheit, und das Hauptverb kehrt zur Grundform zurück: „Did you send the email?“ und „I didn't see it.“ Nicht „Did you sent…“ und nicht „I didn't saw it“ – die Vergangenheit wird nur einmal markiert, nämlich in „did“. Genau hier entstehen zwei sehr häufige Fehler. Der erste ist die doppelte Markierung nach „did“. Der zweite ist eine erfundene regelmäßige Form bei einem unregelmäßigen Verb: „I sended“, „I goed“, „I writed“. Beides fällt einer zuhörenden Person sofort auf. Wenn du die zwanzig unregelmäßigen Verben sicher beherrschst, die in deinem Arbeitsalltag am häufigsten vorkommen, schreibst du damit bereits die meisten deiner beruflichen Sätze im Simple Past korrekt.
04 / 06
Typische Fehler deutschsprachiger Lernender
Der wichtigste Fehler kommt aus dem Deutschen selbst. Im gesprochenen Deutsch erzählst du Alltagsvergangenes normalerweise im Perfekt: „Ich habe den Bericht gestern geschickt.“ Das ist völlig korrektes Deutsch. Ein Präteritum gibt es im Deutschen selbstverständlich auch – es wird vor allem in geschriebenen Erzähltexten sowie bei „sein“, „haben“ und den Modalverben verwendet –, aber es ist eben nicht die übliche Form der mündlichen Alltagserzählung. Genau diese Gewohnheit überträgst du dann leicht ins Englische und sagst „I have sent the report yesterday“. Das Englische lässt das nicht zu: Sobald ein Signalwort für abgeschlossene Zeit im Satz steht, ist das Present Perfect blockiert. Richtig ist „I sent the report yesterday.“ Der zweite typische Fehler betrifft „vor zwei Wochen“. Wörtlich übersetzt entsteht daraus „before two weeks“ oder „since two weeks“ – beides funktioniert im Englischen nicht. Das Englische zählt mit „ago“ zurück, und „ago“ steht hinter der Zeitangabe: „two weeks ago“. Dazu kommen zwei kleinere Muster. Fragen und Verneinungen brauchen im Englischen „did“, während das Deutsche einfach umstellt: Aus „Sahst du die Mail?“ wird „Did you see the email?“ und aus „Ich sah sie nicht“ wird „I didn't see it.“ Und vor Zeitangaben mit „last“ steht im Englischen weder Artikel noch Präposition: nicht „at last Monday“ oder „in the last week“, sondern schlicht „last Monday“ und „last week“. (Ein einfacher Wochentag behält seine Präposition: „on Monday“.)
05 / 06
Signalwörter, die in die andere Richtung zeigen
Ein Signalwort ist nur dann wirklich nützlich, wenn du auch seine Gegenstücke kennst. Wörter wie „already“, „yet“, „ever“, „never“, „since“ und „so far“ lassen die Zeit offen: Sie sagen nicht, wann etwas passiert ist, sondern verbinden das Geschehen mit dem jetzigen Moment. Deshalb gehören sie zum Present Perfect. Ein einziger Test entscheidet zuverlässig zwischen beiden Gruppen: Nennt der Satz eine Zeit, die vorbei ist? Wenn ja, Simple Past. Wenn nein, sehr wahrscheinlich Present Perfect. Interessant sind die Fälle, die kippen können. „This morning“ und „today“ gehören zu keiner der beiden Gruppen fest, denn sie hängen von der Uhrzeit ab. Sagst du um sechzehn Uhr „I called the client this morning“, ist der Vormittag abgeschlossen, also Simple Past. Sagst du um zehn Uhr „I've called the client this morning“, läuft der Vormittag noch, und das Present Perfect ist natürlich. „Yesterday“ und „ago“ kippen dagegen nie – dieser Zeitraum ist immer geschlossen. Wenn dir dieser Unterschied klar ist, hast du die beiden wichtigsten Vergangenheitsformen des Englischen bereits sauber getrennt, und zwar nicht über die Verbform, sondern über die Zeitangabe, die viel leichter zu sehen ist.
06 / 06
Signalwörter im Berufsalltag
Im Beruf brauchst du diese Wörter jeden Tag, und meistens in genau denselben Situationen. Im Statusupdate berichtest du, was erledigt ist: „I sent the offer yesterday.“ Im Protokoll hältst du fest, was in der Besprechung geschehen ist: „We agreed on the deadline last Tuesday.“ In der Firmengeschichte auf der Website steht: „The company opened its Berlin office in 1998.“ Und wenn du bei einer Kundin nachfasst, zählst du zurück: „I called you two weeks ago about the contract.“ In all diesen Sätzen ist die Zeitangabe die halbe Information, denn sie sagt der lesenden Person, ob etwas noch offen oder bereits abgeschlossen ist. Deshalb lohnt es sich, gerade in E-Mails auf sie zu achten. Ein schneller Selbsttest vor dem Absenden reicht: Suche in jedem Satz die Zeitangabe. Nennt sie eine abgeschlossene Zeit, muss das Verb im Simple Past stehen – „sent“, „called“, „signed“, „agreed“, „met“. Steht dort ein „have“ oder „has“ neben einem „yesterday“ oder einem „ago“, hast du einen Fehler gefunden, bevor deine Kundin ihn findet. Wenn du danach weiterarbeiten möchtest: Die Lektion past-simple (A2) trainiert die Verbformen selbst, und signal-words-present-perfect (A2) zeigt dir die andere Hälfte dieses Paares.