Die Fähigkeit, akademisch zu schreiben, also wissenschaftliche Texte zu verfassen, ist im akademischen Alltag für Studierende an der Universität unerlässlich. Nicht nur während des Verfassens der Abschlussarbeit, wie Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit, sondern auch für wissenschaftliche Seminararbeiten und akademische Essays muss ein Studierender wissen, wie man in einem guten akademischen Stil schreibt.

Der wissenschaftliche Schreibstil – Was man beachten sollte

Besonders zu beachten ist dabei, während des Schreibens einen objektiven, neutralen Ton zu wählen, im Gegensatz zu beispielsweise fiktionalen Texten. Fiktionale Texte dürfen ruhig subjektiv sein beziehungsweise sind es zumeist auch. Bei wissenschaftlichen Texten jedoch muss die Objektivität gewahrt bleiben und jede These und jeder Gedankengang sollte nachvollziehbar belegt werden.
Darüber hinaus sollten eigene Meinungen aus diesen mit Quellen belegten Thesen gezogen werden. Es muss erkennbar sein, wie man zu seiner Meinung gekommen ist, diese muss also reflektiert und begründet sein.Erlaubte Quellen sind hierbei beispielsweise Fachliteratur, selbst geführte Interviews oder eigene Forschungen. Es ist obligatorisch mehrere Quellen zu nutzen und seine Arbeit nicht nur auf der Basis einer einzigen Quelle zu schreiben.

Das verwendete oder erarbeitete Wissen sollte zudem in einen Kontext eingebunden werden, den es je nach Fachgebiet zu erläutern gilt.

Bei wissenschaftlichen Arbeiten zählt besonders die Form

Auch die Verwendung von fachbezogenem Vokabular sowie einer präzisen, eineindeutigen Sprache ist Voraussetzung für einen guten wissenschaftlichen Aufsatz. Dazu kommt die Einhaltung der Form, beispielsweise der Zitierweise.

Bei der Harvard Methode verwendet man die Quellenangaben in Kurzform direkt im Fließtext und nicht mehr in den Fußnoten am Ende der Seite. Die vollständige Form der Quelle wird am Ende der Arbeit in der Bibliographie vermerkt.

Auch bei der Verfassung der Bibliographie ist es Voraussetzung für einen guten wissenschaftlichen Text, die richtige Form zu nutzen. Je nach verwendeter Publikation richtet man sich am besten nach folgendem Schema: Nachname des Autors, Vorname des Autors, Erscheinungsjahr. Titel. Auflage. Erscheinungsort: Verlag.

Immer mehr akademische Arbeiten werden in Englisch geschrieben

Gut akademisch zu schreiben ist also gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt und mit vielen formalen Hürden verbunden. Schon in der eigenen Sprache kann man hin und wieder durcheinanderkommen. In der heutigen Zeit ist es zudem Standard an einigen Universitäten, dass wissenschaftliche Texte während des Studierens in englischer Sprache verfasst werden sollen. Da es im wissenschaftlichen Betrieb sowieso üblich ist, die eigene Arbeit in Englisch zu veröffentlichen, macht dies auch Sinn, schließlich soll das Studium ja auf eine Arbeit an der Universität vorbereiten. Aber auch wenn das Berufsziel woanders liegt, in anglistischen Studiengängen oder im Rahmen eines Auslandssemesters muss man möglicherweise trotzdem eine akademische Arbeit in Englisch schreiben.

Tipps zum Schreiben von Wissenschaftlichen Arbeiten in Englisch

Der wissenschaftliche Schreibstil unterscheidet sich in englischer Sprache in vielen Punkten vom deutschen Stil in akademischen Publikationen. Viele dieser Unterschiede sind darauf zurückzuführen, dass die beiden Sprachen an sich sehr unterschiedlich sind. Dies erschwert direkte wörtliche Übersetzungen.

Im Deutschen wird der Nominalstil verwendet. Lange zusammengesetzte Wörter wie Schokoladenherstellungsprozess sind üblich und normal. In Englisch werden diese Worte eher in einem Satz mit einem Verb wiedergegeben, beispielsweise „how to make chocolate.“ Dies unterscheidet sich also sehr vom Deutschen.

Auch schreiben und formulieren wir im Deutschen oft sehr komplizierte und verschachtelte Sätze. Gerade in der akademischen Welt wird dies in der deutschen Sprache geradezu verlangt. In Englisch werden eher kurze und klare Sätze in einer akademischen Arbeit verwendet. Das Prinzip KISS, keep it short and simple, ist hier sehr hilfreich als Orientierung. In der englischsprachigen Welt wird eine einfache und klare Schreibweise geschätzt, weil sie zeigt, dass der Autor des Textes weiß, wovon er spricht beziehungsweise schreibt. In deutscher Sprache ist es je nach Kontext oft genau umgekehrt. Ein kultureller Unterschied zwischen den beiden Sprachen also, den man bei Übersetzungen nicht vergessen darf.Dasselbe gilt für den bei uns sehr beliebten Passivstil in Sätzen. In englischer Sprache sind Sätze in aktiver Form durchaus beliebter.

Noch ein kultureller Unterschied kann bei der Übersetzung der eigenen Formulierungen schwer sein: In englischen akademischen Publikationen wird meist eher vorsichtig formuliert. Das heißt, der Autor formuliert seine Schlüsse und Thesen mit vorsichtigen Einleitungen, wie „maybe“ (vielleicht), „We hope to show that,..“ (Wir hoffen, damit zu zeigen,..) oder „it appears“ (es sieht so aus). Weiß man das nicht und übersetzt die eigenen, üblicherweise eher direkt oder absolut formulierten Punkte wörtlich, kann das negativ auffallen.

Eine weitere Besonderheit bei englischen wissenschaftlichen Texten ist die Tatsache, dass die Arbeit durchaus auch spannend geschrieben sein darf. Im Deutschen hingegen wird eher eine neutrale Schreibweise und ein ruhiger Stil verlangt.

Bei Übersetzungen wissenschaftlicher Arbeiten Fachleute hinzuziehen

Da Englisch die Wissenschaftssprache Nummer 1 ist, ist es wichtig, die eigenen Texte möglichst gut zu übersetzen. Zu den eben erwähnten Fehlerquellen kommen Formfehler, verschiedene Zitierweisen und darüber hinaus der Unterschied zwischen britischem und amerikanischem Englisch.

Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Fachleute für die Übersetzung hinzuziehen. Denn es wäre schade, wenn die eigene Arbeit aufgrund von Formfehlern abgewertet wird.

 

Image copyright: Stockfoto-ID: 177465919 

Copyright: Yacobchuk

(Bestell-Nummer: 8533705)

Categories

Contact Us